AngolaMay 2002 - Jun 2002
Als medizinische Verantwortliche für die Nothilfeeinsätze war Ariane Bauernfeind in Angola, um die Lage unter anderem in der nördlichen Provinz Uíge an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo zu erkunden. In diese Provinz sind zahlreiche Menschen vor den Kämpfen geflüchtet.
Ärzte ohne Grenzen hat in viele Regionen, den sogenannten "grey zones" erst seit dem Anfang April unterzeichneten Friedensabkommen zwischen Regierungstruppen (FAA) und UNITA-Streitkräften Zugang zur Bevölkerung bekommen. Viele von ihnen waren seit Wiederaufflammen des Bürgerkriegs 1998 vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten, es gibt weder medizinische Versorgung noch adäquate Ernährung.
"Bereits vor der extremen Krisensituation haben wir Ernährungszentren betrieben. Jetzt sind sie total überfüllt, da immer mehr Menschen aus entlegenen Teilen der Provinz kommen, um Hilfe zu bekommen", so die erfahrene Einsatzleiterin. Vor allem Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet: "Wir sind bei unserer Evaluierungstour in manche Dörfer gekommen, wo es so gut wie keine Kinder unter fünf Jahren mehr gab."
Ärzte ohne Grenzen eröffnet daher laufend weitere Ernährungszentren im Land und versorgt die Bevölkerung in den Flüchtlingslagern.
In ihrer Funktion als medizinsiche Verantwortliche für Nothilfeprogramme erkundet die Wienerin Ariane Bauernfeind die Situation in der Stadt Pweto, an der Grenzen zu Sambia. "Die medizinische Versorgung der Menschen hier ist katastrophal", berichtet sie nach ihrer Rückkehr. "40 bis 50% aller von uns Untersuchten leiden an Malaria. Für die ca. 15.000 Einwohner der Stadt gibt es im einzigen Spital gerade 14 Betten. Auch die Ernährungslage ist nicht zufriedenstellend." Ärzte ohne Grenzen beschloss daher, das Spital von Pweto in den kommenden Monaten mit Medikamenten aber auch mit Fachpersonal zu unterstützen.
Trotz ihrer vielfältigen Einsatzerfahrung kommt Ariane Bauernfeind nach ihrem Einsatz in Sierra Leone zu dem Fazit: "Ich habe noch nie ein so unbarmherziges, gnadenloses Gesundheitssystem gesehen. Entweder Bargeld, oder man stirbt auf den Stufen des Krankenhauses." Ärzte ohne Grenzen betreibt daher einige Hilfsprogramme, die den Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung verschaffen. Dazu gehören die Betreuung der Chirurgie im Connaught-Hospital in Freetown ebenso, wie der Aufbau der Basisgesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten. "Für all diese Projekte braucht es Kraft und einen langen Atem: beides haben wir."
MosambikApr 2000 - May 2000
Als medizinische Koordinatorin hatte Ariane Bauernfeind vor allem auf zwei Dinge zu achten. Einerseits darauf, dass die Hygieneverhältnisse und die medizinische Versorgung in den großen Lagern keinen Ausbruch von Cholera oder anderer Durchfallserkrankungen zuließen. Andererseits, dass die Helfer von Ärzte ohne Grenzen selbst auch auf ihre Gesundheit achteten: auf ihre körperliche, denn die überfluteten Gegenden waren mit all den entstandenen Lacken und Sümpfen Brutstätten für Moskitos, wodurch vor allem Malaria eine immer größere Bedrohung darstellte. Zugleich gehört aber auch der Schutz vor "burning out"-Syndromen bei den eigenen Kollegen zum Aufgabenbereich der medizinischen Koordinatoren.
IndienNov 1999 - Dec 1999
"Es sieht aus wie nach einem Bombenangriff" berichtete Ariane Bauernfeind über ihre ersten Eindrücke aus Orissa, wo sie den Nothilfeeinsatz von Ärzte ohne Grenzen koordinierte. "Nichts war übrig geblieben." 20.000 Menschen hatte der Wirbelsturm das Leben gekostet. Wie immer nach einer solchen Katastrophe startete Ärzte ohne Grenzen mit einer Bestandaufnahme und ersten Hilfsmaßnahmen. Decken, sauberes Wasser, Plastikplanen und Nahrungsmittel wurden verteilt. Kurz darauf lief die beeindruckende Hilfe des indischen Staates und indischer Organisationen an. Bald war klar, dass die Behörden und die Bevölkerung die Lage im Griff hatten. "Zuletzt erarbeiteten wir noch gemeinsam mit den Behörden ein System zur ständigen epidemiologischen Kontrolle. Dann konnten wir unseren Einsatz beenden," erzählte Ariane nach ihrer Heimkehr zufrieden.
MosambikFeb 1999 - Feb 1999
Seit dem Ende des Bürgerkrieges betreibt Ärzte ohne Grenzen in Mosambik Aufbauprogramme, die den Menschen des verarmten südafrikanischen Landes wieder zu einer medizinischen Versorgung verhelfen sollen. Als sich im Februar 1999 in einigen Teilen des Landes Cholera-Fälle häufen, wird Ariane Bauernfeind zur Verstärkung der auf andere Dinge als Cholera spezialisierten Teams nach Mosambik geschickt. In wenigen Wochen macht sich die Erfahrung der Wiener Krankenschwester bezahlt: "Als die Zahl der Neuerkrankungen drastisch sank, war das schon ein sehr befriedigendes Gefühl", berichtet Ariane Bauernfeind kurz vor ihrer Rückkehr.
TansaniaJan 1997 - Jun 1998
Am Ende der anderthalb Jahre von Ariane Bauernfeind in Tansania steht ein beeindruckendes Ergebnis. Zuerst die praktischen Erfolge bei der Eindämmung von Cholera-Epidemien an vielen Orten: die Zahl der dabei Geretteten ist nicht abzuschätzen. Persönlich ist sie zu einer der erfahrensten und kompetentesten Cholera-Expertinnen gereift. Und die von ihr erarbeiteten und erprobten Behandlungsprotokolle für Cholera werden zuletzt in ganz Tansania als Referenz verwendet.
KeniaJun 1996 - Dec 1996
Der erste Einsatz führte die Wienerin in den äußersten Nordosten Kenias, in das Ernährungshilfeprogramm von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Mandera. Zum ersten Mal ist Ariane Bauernfeind mit Folgen der Unterernährung, wie Marasmus oder Kwashiokor konfrontiert. "Wir betreuen hier über 2000 Kinde", berichtete Ariane Bauernfeind damals. "Auch die betroffenen Familien werden mit Nahrungsrationen versorgt". Das halbe Jahr in Mandera begründete die lange Reihe von Einsätzen einer der erfahrensten österreichischen Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen.