LibanonNov 2009 - Jan 2010
Ärzte ohne Grenzen betreibt in Bourj el-Barajneh, einem Vorort von Beirut, ein Gesundheitszentrum, das psychische und psychiatrische Hilfe für palästinensische und irakische Flüchtlinge bietet. Zu Doris Burtschers Aufgaben gehörte der Aufbau eines Informationsnetzwerks mit lokalen Organisationen, weiters Aufklärungsstrategien über psychische Störungen zu entwickeln und vor allem die Wahrnehmung psychischer Erkrankungen zu entstigmatisieren. Dazu führte Doris Burtscher Gruppendiskussion mit palästinensischen Flüchtlingen (Männer, Frauen und Jugendliche) um zu verstehen, wie sie ihren Alltag im Camp bewältigen, wie sie psychische Störungen kulturell wahrnehmen und wie sie damit zurechtkommen. Die zentralen Fragen lauteten dabei: Wo suchen sie nach Hilfe, mit wem können sie darüber sprechen, was heißt es, psychische Unterstützung in Anspruch zu nehmen?
SwasilandAug 2008 - Aug 2008
Doris Burtscher beschäftigte sich in Swaziland hauptsächlich damit, wie Menschen mit einfacher und multiresistenter Tuberkulose umgehen. Welche Vorstellung haben die Menschen von den Ursachen und der Übertragung der Krankheit? Wo gehen sie zur Behandlung hin? Sind Erkrankte stigmatisiert und wie werden sie innerhalb der Familie betreut? Schließlich ging es um die Frage, ob eine Behandlung der multiresistenten Tuberkulosepatienten zu Hause möglich ist. Dafür war es notwendig herauszufinden, wie die Sozialstruktur innerhalb der Familie funktioniert. Weiters war es wichtig, in die Dörfer zu den traditionellen Gehöften zu fahren um eine bestmögliche Unterbringung und Betreuung der Patienten in deren Familien zu gewährleisten.
NigerMar 2007 - Apr 2007
Bei ihrem zweiten Einsatz in Niger unterstützte Doris Burtscher ein Team von Ärzte ohne Grenzen bei einem Sensibiliserungsprogramm zu Durchfallserkrankungen und Hygiene. In dem von Ärzte ohne Grenzen geführten Krankenhaus wurden die Latrinen von den Patienten nicht benützt. Eine der Aufgaben bestand darin, die Gründe dafür herauszufinden und eine Strategie zur Veränderung zu entwickeln. Nach Gesprächen mit Familien in den Dörfern, mit traditionellen Hebammen und Heilern, mit Dorfältesten und mit Patienten im Krankenhaus konnte ein Sensibilisierungsprogramm entwickelt werden, das den Vorstellungen der dort lebenden Bevölkerung entsprach. In diesem Programm wurde in erster Linie erklärt, wie eine Latrine funktioniert und wie sich durch die richtige Benützung Durchfallerkrankungen eindämmen lassen.
NigerJul 2006 - Aug 2006
Ihr sechster Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen führte die Ethnologin nach Aguié im Süden Nigers. Begleitend zur Verteilung von Moskitonetzen als Präventionsmaßnahmen gegen die tödliche Malaria war es ihre Aufgabe, unter der Bevölkerung Akzeptanz für die Verwendung der Netze zu schaffen. Dafür führte sie zunächst Interviews durch, um sich mit den Lebensumständen und Gewohnheiten der Menschen vertraut zu machen, und entwickelte dann gemeinsam mit lokalen Mitarbeitern eine an die kulturellen Gegebenheiten angepasste Informationskampagne. Diese erklärt die Übertragung der Malaria durch Moskitos und wie man sich mit Moskitonetzen dagegen schützen kann.
LiberiaJul 2005 - Sep 2005
Bei ihrem fünften Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen betrieb Doris Burtscher Feldforschung für ein von Ärzte ohne Grenzen betriebenes Mutter-Kind-Krankenhaus in Liberias Hauptstadt Monrovia. Um die medizinische Hilfe besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abstimmen zu können, ging sie beispielsweise der Frage nach, warum Eltern mit ihren kranken Kindern relativ spät Hilfe im Krankenhaus suchen. Weiters forschte sie zu Schwangerschaft und Geburt, zum Umgang mit den leider sehr häufigen Vergewaltigungen und zum Wissen der Bevölkerung über Geschlechtskrankheiten und HIV/Aids.
SimbabweAug 2004 - Oct 2004
Ärzte ohne Grenzen betreibt in der zweitgrößten Stadt von Simbabwe, in Bulawayo, ein HIV/AIDS Programm, wo ein Schwerpunkt der Schutz der Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind ist. Doris Burtschers Aufgabe war die Durchführung von Untersuchungen um Strategien zur Planung und zum Aufbau eines HIV/AIDS Präventionsprogramms für eine ländliche Umgebung vorzuschlagen. Dafür hat sie Gespräche mit verschiedenen Zielgruppen und Einzelpersonen geführt, um herausfinden, was die Menschen über AIDS wissen, was sie darüber denken und - vor allem - wie sie damit umgehen.
Welche traditionellen Konzepte zu HIV und AIDS gibt es, versuchen die Menschen auch, sich traditionell behandeln zu lassen, wie sind die Geschlechterbeziehungen, haben die Menschen Interesse daran sich testen zu lassen, wissen sie dass die Übertragung von der Mutter auf das Kind verhindert werden kann, wissen sie, dass es eine Behandlung für AIDS gibt?
Auf Basis der Ergebnisse dieser Untersuchung wurde ein Programm vorgeschlagen, das den Anforderungen und Bedürfnissen der Bevölkerung vor Ort angepasst ist.
Tausende intern Vertriebene und Flüchtlinge aus Liberia leben in Kailahun. Nachdem das Spital der Regierung im Krieg zerstört wurde, ist die Klinik von Ärzte ohne Grenzen die einzige Möglichkeit für die Bevölkerung, medizinische Hilfe zu bekommen. Doris Burtschers Aufgabe ist es, die Bedürfnisse der Bewohner zu eruieren und damit dem Team von Ärzte ohne Grenzen zu helfen, die vielfältigen Probleme zu lösen. So ist es z.B. schwierig, Verwandte für Bluttransfusionen zu finden oder Patienten über die Gefahren der traditionellen Behandlungen, die vielfach mit Giften arbeiten, aufzuklären. Ihre Einsatzerfahrung und Feingefühl helfen der ambitionieren Ethnologin auch diesen Einsatz erfolgreich zu beenden.
KeniaJun 2003 - Aug 2003
Prävention ist das erklärte Ziel der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in diesem Gebiet. Die Ethnologin Doris Burtscher leistet Aufklärungsarbeit zu HIV und arbeitet mit Eltern, Dorfältesten und religiösen Gruppen zusammen. Sie macht Feldbesuche, schult Lehrer und Schüler, berichtet über die aktuelle Lage und macht Verbesserungsvorschläge, um die laufenden Programme zu optimieren. In Zusammenarbeit mit Mitarbeitern verschiedener Ministerien und NGOs versucht sie die Bewohner aufzurütteln und dadurch die Ansteckungsrate zu vermindern.
"Man muß Vertrauen und Nähe zur Bevölkerung schaffen, will man ihr wirklich helfen. Dazu muß man die Traditionen der Menschen kennen und sie auch respektieren," sagt Doris Burtscher. Die promovierte Ethnologin war im Sommer 2001 drei Monate im Süden Mauretaniens mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen unterwegs, um den Zugang der lokalen Bevölkerung zu Krankheit und Gesundheit zu untersuchen. Die Region Guidimakha war bis dato weitgehend von moderner Gesundheitsversorgung abgeschnitten, Ärzte ohne Grenzen plant deshalb die Eröffnung eines Gesundheitsprogramms.