Peter LAMATSCH
Technik und Logistik, Kassier
Niederösterreich
"Sinnvolle Arbeit tun"
Peter Lamatsch hatte sich aufgrund der Bilder aus dem ehemaligen Jugoslawien bei Ärzte ohne Grenzen gemeldet. Ein Bekannter, der früher schon mit der Organisation auf Einsatz gewesen war, hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass auch nicht-medizinische Berufe für Auslandseinsätze benötigt werden. Peter Lamatschs Zugang war anfangs sehr pragmatisch: "Ich habe erfahren, dass sie Leute mit meiner Ausbildung brauchen können und ich möchte mich gerne Ärzte ohne Grenzen zur Verfügung stellen, um sinnvolle Arbeit zu tun." Seine Ausbildung und seine Erfahrung in Fernmeldetechnik und allgemeiner Logistik, seine Kenntnisse in verschiedenen slawischen Sprachen und Englisch waren gute Voraussetzungen dafür.
Nach zahlreichen Einsätzen in Europa, Afrika und Asien steht Peter Lamatsch Ärzte ohne Grenzen nun auch als Vorstandsmitglied zur Verfügung.
Einsätze
MalawiFeb 2006 - Feb 2007
SimbabweAug 2004 - Aug 2005
SimbabweOct 2002 - Aug 2003
Mehr als zwei Millionen Menschen, das sind 30 Prozent der Bevölkerung Zimbabwes, sind mit dem HIV-Virus infiziert. Die Ernährungslage ist katastrophal, durch permanente Misswirtschaft steht das Land kurz vor dem Zusammenbruch. Für einen logistischen Koordinator wie Peter Lamatsch ist es sehr schwierig, in einem Land zu arbeiten, dessen Regierung keine ausländischen Organisationen registriert und daher auch keine Arbeitsgenehmigungen für die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen erteilt. Es erfordert viel Diplomatie und Erfahrung in einem so ablehnenden Umfeld zu bestehen. Glücklicherweise verfügt Peter Lamatsch über diese Eigenschaften und so konnten bereits erste Erfolge, wie z.B. die Etablierung eines Ernährungszentrums, verzeichnet werden.
SudanFeb 2002 - Jun 2002
Schon im Jahr 2000 war Peter Lamatsch als Logistiker im Südsudan tätig. Nach mittlerweile einigen Jahren Erfahrung mit Ärzte ohne Grenzen und einem absolvierten Managementkurs kehrte Peter diesmal als logistischer Koordinator dorthin zurück. Die Herausforderungen für die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen waren in der Zwischenzeit nicht weniger geworden. Immer noch ist die Sicherheitslage schwierig, immer noch sind die Transportwege für Hilfsgüter aus dem benachbarten Kenia schwer zugänglich. Es bedarf umsichtiger Planung und massiver logistischer Unterstützung, um Gesundheitsprogramme aufzubauen und am laufen zu halten. Genau dafür konnte Peter Lamatsch sein Engagement und seine Erfahrungen einsetzen.
ArmenienJan 2001 - Dec 2001
Kaum eine Hilfsorganisation ist seit dem großen Erdbeben in Armenien 1988 ohne Unterbrechung im Land tätig: Ärzte ohne Grenzen ist nach der damaligen Katastrophenhilfe in einer Vielzahl von Hilfsprogrammen engagiert und ständig in der Kaukasusrepublik aktiv. Peter Lamatsch war als Logistiker in der armenischen Hauptstadt Eriwan. "Strenge Winter und trockene, heiße Sommer stellen uns oft vor große Probleme", berichtete Peter Lamatsch, "weil auch die Distanzen weit und die Wege schlecht sind." Gerade für die Organisation des Transports der Hilfsgüter ist das eine ständige Herausforderung.
SudanJul 2000 - Aug 2000
Der Südsudan ist seit Jahren eine der größten Krisenregionen der Welt. Der andauernde Konflikt zwischen Regierung und Rebellen hat die Landwirtschaft weiter Regionen des Südens zerstört, sodass die Menschen auf Hilfslieferungen angewiesen sind. "In der Regenzeit sind die meisten Landepisten für Hilfsflüge unbrauchbar und der Landweg ist nicht nur beschwerlich sondern auch gefährlich", erklärte Peter Lamatsch nach seiner Rückkehr. "Darum haben meine Kollegen und ich dauernd nach alternativen gesucht, ob z.B. die Flussläufe als Transportwege in Frage kämen." Flexibilität und dauernde Anpassung an die Umstände waren daher auch auf diesem Einsatz gefragt.
LiberiaJul 2000 - Jul 2000
Peter Lamatsch sollte in Kolahun, dicht an der Grenzen zu Sierra Leone im dortigen Hilfsprogramm als Logistiker arbeiten. "Ich war schon in Monrovia angekommen und der Logistische Koordinator bereitet mich auf meine Arbeit im Feld vor, als wir die Meldung erhielten, dass zwei unserer Kollegen in Sierra Leone entführt worden waren", berichtete Peter Lamatsch nach seiner Rückkehr. "Es war klar, das wir aus Sicherheitsgründen unsere Teams eher reduzierten als erweiterten: so wurde auch mein Einsatz abgesagt. Ich wurde stattdessen in den Südsudan geschickt." Die beiden entführten Mitarbeiter wurden kurz darauf wieder frei gelassen: die Entführer mussten einsehen, dass mit der Entführung humanitärer Helfer weder Sympathie noch sonstwas zu gewinnen war.
KosovoSep 1999 - May 2000
Als Peter Lamatsch nach Pristina kam, war er in der kosovarischen Hauptstadt für die logistische Versorgung der Hilfsprogramme in verschiednenen Teilen des Landes zuständig. "Es war nicht leicht, in dem chaotischen und teilweise zerstörten Land das Nötige einzukaufen und die Transporte sicher an das Ziel zu bringen", erklärte Pater Lamatsch. "Wir waren für Projekte um Mitrovica, im Norden des Kosovo zuständig, vieles konnte aber nur über den Landweg aus Mazedonien, also aus dem Süden eingeführt werden. Zu dem Umweg, den das darstellt, kamen oft noch bürokratische Hürden und Einschränkungen aus Sicherheitsgründen."
Sein erster Einsatz führt Peter Lamatsch nach Montenegro, zur Zeit als immer offensichtlicher wurde welche Katastrophe über den Kosovo hereingebrochen war. "Ich war in Bar, dann in Ulcinj stationiert, und wir hatten hier an der montenegrinischen Küste für die logistische Versorgung unserer Hilfprojekte an der Grenzen zum Kosovo zu sorgen", berichtete Peter Lamatsch. Und weiter "Vieles war damals unklar: welche Genehmigungen wir brauchten, wer sie uns erteilen durfte, wer es konnte. Am Wichtigsten war aber, dass die Hilfe in den Flüchtlingslagern im Landesinnern weiter gehen konnte."