Mag. Verena LEITNER
Technik und Logistik/Finanz und Personalwesen, Vorstandsassistentin
Wien
Vielfältigkeit und Professionalität
Als Ergänzung ihrer erfolgreichen Karriere in der Öffentlichkeitsabteilung einer großen Elektronik-Firma, begann die aus Inzing bei Innsbruck stammende Verena Leitner im Frühjahr 1999 als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Wiener Büro von Ärzte ohne Grenzen mitzuarbeiten. “Ich wollte etwas tun, wobei ich Neues kennen lernen und Sinnvolles tun konnte.”
Bald darauf bewarb sie sich als Administratorin/Logistikerin und ging im Herbst 1999 auf ihren ersten Auslandseinsatz. In den letzten Jahren war Verena Leitner als Logistische Koordinatorin tätig. Nach einem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik leitete die Tirolerin bis August 2002 die Abteilung für Finanzen & Administration des österreichischen Büros von Ärzte ohne Grenzen. Seither wurde sie mehrmals für verschiedene Sonderprojekte engagiert.
Seit 2007 unterstützt sie als Vorstandsassistentin den Vorstand von Ärzte ohne Grenzen bei seinen organisatorischen, inhaltlichen und administrativen Aufgaben; besonders auch bei der Kommunikation mit den Mitgliedern.
Einsätze
SudanJun 2004 - Dec 2004
ÄthiopienFeb 2004 - Apr 2004
ÄthiopienDec 2003 - Jan 2004
Äthiopien erlebte 2003 den schlimmsten Malariaausbruch seit 1998. In der Region Ost-Wellega betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Gesundheitszentrum und mobile Teams betreuen die Bevölkerung der Umgebung. Verena Leitner übernahm die logistische Leitung dieses Einsatzes. Ein schwere Aufgabe, die nicht nur Erfahrung, sondern auch viel Fingerspitzengefühl erforderte.
Der jahrelange Krieg in der Demokratischen Republik Kongo hat viele Spuren hinterlassen. Er hat mehr als 3 Millionen Todesopfer gefordert und viele leben nach wie vor in Flüchtlingslagern. Das Gesundheitssystem muss völlig neu aufgebaut werden, nur wenig Leute haben heute Zugang zu medizinischer Versorgung. Verena Leitners Aufgabe als Koordinatorin ist es, Lösungen für die verschiedensten Probleme zu finden. Sie hilft die Wasserversorgung im Lager aufrecht zu erhalten, für annehmbare hygienische Bedingungen zu sorgen, sorgt für Nachschub an Chlor und Benzin, kümmert sich um die Weiterleitung von Sicherheitsinformationen und die Kommunikation mit den lokalen Behörden bzw. Medien. Nebenbei aktualisiert sie die EDV und organisiert das Informationsmanagement des Einsatzes. Aus einem ihrer Breife: "Ich denk oft an den 13. Artikel der kongolesischen Verfassung: Debrouillez-vous! (Schlag Dich durch)."
Im Norden beider Kongos betreut Ärzte ohne Grenzen Menschen, die hier, im Herzen Afrikas gestrandet sind. Die Tirolerin Verena Leitner leitete in Bangui die logistische Basis dieser Hilfsprogramme. Diese Region kommt schon seit Jahren nicht mehr zur Ruhe: viele bewaffnete Konflikte haben dazu geführt, dass im Norden der Demokratischen Republik Kongo und von Kongo-Brazzaville unzählige Menschen in Lagern leben, die aus ihren Dörfern und Städten geflüchtet sind. Auch die lokale Bevölkerung leidet unter der Situation. Die Versorgung der Menschen mit Hilfsgütern ist dabei eine große Herausforderung, denn die Distanzen sind riesig, die Verkehrswege schlecht. "Allein in Betou, in Kongo-Brazzaville betreuen wir 20.000 Flüchtlinge", berichtete Verena Leitner aus Bangui.
Von Shymkent aus betreuten Verena Laitner und ihre Kollegen zwei Tuberkulosespitäler und mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiteten in mehr als 40 lokalen Gesundheitszentren und fuhren in abgelegene Dörfer. Die Tirolerin war für alle nicht-medizinischen Aufgaben verantwortlich - von Buchhaltung über die Organisation von Bauarbeiten bis hin zum Fuhrpark. "Ich bin voll eingedeckt", berichtete sie, und ihre Flexibilität wurde oft auf harte Proben gestellt: wenn z.B. im kasachischen Winter die Heizung ausfiel, oder es bei 40°C Hitze nur drei Stunden lang Wasser gab: die Logistikerin hatte für Abhilfe zu sorgen. "Aber wenn"s draußen regnet, blüht die Steppe: rot, blau, gelb oder weiß. Dann ist es wunderschön hier", erinnert sich die Tirolerin.