BurundiSep 2001 - Dec 2001
Seit Jahren kommt das kleine Land durch den Konflikt zwischen Regierung und Rebellen nicht zur Ruhe. Die Gesundheitsversorgung wäre ohne die Hilfe von außen schon längst zusammengebrochen. Dazu gehört z.B. die Arbeit von Chirurgen wie Igor Macala, die an den Spitälern von Kayanza und Makemba arbeiten. Die Arbeitsbedingungen sind sehr schwierig: Die nur sporadische Versorgung mit Strom und schwierige Transportwege sind die Ursache dafür, dass manchmal selbst die vorhandene technische Infrastruktur (wie Röntgen) nicht verwendbar ist. Doch Igor Macala kann sich inzwischen schon auf alle Widrigkeiten einstellen.
Das Connaught-Krankenhaus in der Hauptstadt Freetown ist eines der Zentren der medizinischen Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in dem westafrikanischen Land. Auch die Einsätze des Chirurgen Igor Macala sind inzwischen schon fester Bestandteil dieser Hilfe.
"Ich habe Freetown im Krieg erlebt, aber auch in Zeiten vorübergehender Ruhe", berichtet Igor Macala. Wie soll man die verschiedenen Eindrücke unter einen Hut bringen? "Operationen unter Beschuss, wobei man ganze Nächte im Spital verbringen musste, weil der Heimweg zu gefährlich war. Und dann, einige Monate später, das fröhliche Ambiente einer Stadt am Meer, laue Sommernächte, Restaurants." Doch auch in ruhigen Zeiten sind die Schrecken des Bürgerkriegs allgegenwärtig. Menschen ohne Hände mahnen daran, dass die Rebellen immer wieder Gliedmaßen abhacken, um die Bevölkerung an der Teilnahme an Wahlen zu hindern. "Ich sah viele Erwachsene, aber auch Kinder, deren Hände durch Macheten abgetrennt waren," erinnert sich Igor Macala.
Sri LankaFeb 1997 - Jan 2001
"Chirurgie ist immer eine Herausforderung, auch in Europa. Doch nur selten kann man seine Berufserfahrung für so viele Menschen einsetzen, wie in der humanitären Hilfe," erklärt Igor Macala. Er war als Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen schon in verschiedenen Spitälern Sri Lankas tätig, allesamt nahe am Bürgerkriegsgebiet. Es gibt in Vavuniya, Point Pedro oder Jaffna keine einheimischen Chirurgen: sie sind alle geflüchtet. Denn egal, welcher Volksgruppe sie angehören, irgendwann kämen sie zwischen die Fronten des Kampfes, den die tamilischen "Befreiungstiger" gegen die singhalesisch dominierte Staatsmacht führen. Über kurz oder lang wären sie für Extremisten einer der beiden Seiten Verräter. Ohne Ärzte wie Igor Macala gäbe es hier gar keine Chirurgie.