Dr. Andrea MAIERHOFER
Ärztin
Wien
"Dorthin, wo sonst niemand hin will..."
Kaum hatte die junge Ärztin ihren Turnus an verschiedenen Wiener und niederösterreichischen Spitälern absolviert, verwirklichte sie den Plan, den sie schon lange mit sich herum getragen hatte: sie bewarb sich bei Ärzte ohne Grenzen für einen Auslandseinsatz.
Ihr besonderes Interesse galt dabei von Beginn an Menschen in Ländern, an die man eher selten im Zusammenhang mit humanitärer und Katastrophen-Hilfe denkt: den Menschen in Osteuropa, in der ehemaligen Sowjetunion, in Ostasien. "Ich weiss, ich kann auch unter einfachsten Lebens- und Arbeitsumständen eine gute Ärztin sein, und den Menschen wirklich was bringen: genau das möchte ich tun," erklärte Andrea Maierhofer ihre Beweggründe.
Einsätze
In vielen Teilen der früheren Sowjetunion ist Tuberkulose ein massives und immer noch zunehmendes Gesundheitsproblem. Im Süden Kasachstans arbeitet Ärzte ohne Grenzen daran, gemeinsam mit dem nationalen Tuberkulose-Kontroll-Programm ein Modell zu finden, wie neue Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zur Tuberkulosebehandlung erfolgreich umgesetzt werden Können. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Ausbildung von lokalen Gesundheitsarbeitern. Andrea Maierhofer war als Medizinische Koordinatorin in diesem Programm für die Planung und Durchführung der Aktivitäten, sowie für die Leitung des Teams von Ärzte ohne Grenzen verantwortlich.
Dass die Situation in sibirischen Gefängnissen sehr schlecht ist, weiss man. Nicht bewusst ist den meisten aber, dass auch eine kurze Inhaftierung dort mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Todesurteil ist. Denn die katastrophalen Lebensumstände in den Zellen erhöhen die Gefahr, sich mit Tuberkulose (TB) anzustecken. Oft ist es eine multiresistente Form der TB , mit der sich Häftlinge infizieren. Das kommt einem Todesurteil gleich.
Ärzte ohne Grenzen versucht seit Jahren das zu ändern: bessere Haftbedingungen zu fordern ist ebenso wichtig, wie es die Behandlung der TB-Kranken ist. Andrea Maierhofer war von März bis Juli 2001 in Mariinsk in diesem TB-Programm tätig.
ChinaJun 2000 - Sep 2000
Die Bewohner der Region um die Städte Jiqu und Nanqian sind überwiegend Tibeter. Die Landbevölkerung lebt oft halbnomadisch, die Distanzen zwischen den Dörfer sind für europäische Verhältnisse unvorstellbar. Die Besiedlung ist sehr dünn. Andrea Maierhofer ordinierte abwechselnd in den beiden kleinen Städten, wo Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsposten renoviert hat. Trotz aller Strapazen, langer Wegzeiten und schlechter Straßen zog Andrea Maierhofer die Bilanz: "Mir ist die Zeit so schnell vergangen. Ich habe es hier geliebt: die Leute, die Landschaft, die Arbeit... "