Dr. Silvia MIKUSOVA
Kinderärztin
Slowakei
"Ich bekomme mehr, als ich geben kann"
Schon immer war für Silvia Mikusova klar, dass sie sich für andere einsetzen wollte: "Denn Du bekommst immer mehr zurück, als Du geben kannst", ist ihre Philosophie.
Eine Bekannte, die seit Jahren mit Ärzte ohne Grenzen auf Einsatz ist, hat die junge slowakische Kinderärztin darauf aufmerksam gemacht, wo sie ihre Fähigkeiten besonders sinnvoll einsetzen kann: So meldete sie sich im Wiener Büro von Ärzte ohne Grenzen, das auch für Interessenten aus den Nachbarstaaten, in denen Ärzte ohne Grenzen nicht vertreten ist, zuständig ist.
Bevor sie auf ihren ersten Einsatz ging, absolvierte Silvia Mikusova noch einen tropenmedizinischen Kurs in Prag und einen internationalen Vorbereitungskurs von Ärzte ohne Grenzen in Genf.
Einsätze
MosambikJun 2004 - Dec 2005
AngolaApr 2003 - Aug 2003
Nach 27 Jahren Bürgerkrieg scheint es, als könnte es Frieden im Land geben. Das Gesundheitssystem ist praktisch nicht existent, die Situation der Bevölkerung dramatisch und die Zukunftsaussichten Besorgnis erregend. In manchen Teilen des Landes sind mehr als 7 Prozent der Kinder stark unterernährt. Ärzte ohne Grenzen hat Ernährungszentren eingerichtet und ist in dem auf Hilfe angewiesenen Land mit 174 internationalen Helfern und mehr als 2.200 lokalen Mitarbeitern tätig. Die Ärztin Silvia Mikusova ist in Menongue, in der Provinz Kuando Kubango, vor allem mit der medizinischen Basisversorgung von Vertriebenen betraut. Mutter-Kind-Programme, die Organisation von Impfaktionen, sowie die Schulung von lokalem medizinischen Personal gehören ebenso zu ihrem Aufgabenbereich, wie der Aufbau einer Geburtenstation.
MosambikAug 2001 - Jan 2003
Ein halbes Jahr war die junge Ärztin aus der Slowakei erneut in ihrer Wahlheimat Mosambik auf Einsatz. In der Region um die Stadt Tete nahm sie mit ihren Kollegen den Kampf gegen das HI-Virus auf. "AIDS ist eine Zeitbombe und wir müssen etwas dagegen tun!" So hatte schon Silvia Mikusovas Fazit nach ihren früheren Einsätzen in Mosambik gelautet. "Wir können nicht mehr zuwarten und Geduld zeigen: dazu ist die Situation für die Menschen hier zu schlimm."
MosambikSep 2000 - May 2001
Die Region Niassa, im Norden des Landes, ist auch für mosambikanische Verhältnisse abgelegen und medizinisch unterversorgt. Daher hatte Ärzte ohne Grenzen schon vor der Überschwemmungskatastrophe begonnen, dort eine System der Basisgesundheitsversorgung aufzubauen: Rund 400 einheimische Helfer wurden in Hygienefragen geschult, zur Vorbeugung gegen Cholera, AIDS und andere in der Region häufige Krankheiten. Nun, nach der Flut, muss die begonnene Arbeit fortgesetzt werden, Zerstörungen wettgemacht, die geplanten Vorhaben weiter realisiert werden. Dr. Silvia Mikusova gehörte einige Monate lang zu dem Team von Ärzte ohne Grenzen, das den Menschen in Mosambik dabei hilft.
MosambikMay 2000 - Aug 2000
Als Silvia Mikusova in Chokwe eintraf, waren die Menschen aus den Fluten gerettet, doch sie lebten gedrängt in großen, improvisierten Lagern. Bald griffen die Hilfsmaßnahmen zur Wasserreinigung und es brach keine Cholera-Epidemie aus. Daher konnte sich Silvia Mikusova einem anderen dringenden Problem widmen: der Ernährung der Überlebenden. 80 Prozent der Kinder in den Ernährungszentren von Chokwe litten anfangs unter Kwashiokor, einer Eiweißmangelkrankheit. Ärzte ohne Grenzen konnte die Zeit überbrücken, bis die lokale Landwirtschaft wieder genügend Nahrung produzierte, und sich die Situation besserte. Als eine der letzten Helfer konnte auch Silvia Mikusova nach Europa heimkehren.