SudanAug 2004 - Oct 2004
Unterernährte Menschen, die Bevölkerung auf der Flucht vor Gewalt und auf Hilfe von außen völlig angewiesen - das ist der Alltag im Sudan. Die Krankenschwester Anita Sackl sorgte mit dem Team von Ärzte ohne Grenzen im Gesundheitszentrum von Habila dafür, dass zumindest eine medizinische Basisversorgung der Einheimischen gesichert werden konnte. Außerdem sammelte sie Daten, die Ärzte ohne Grenzen helfen, das Ausmaß weiterer Programme zu bestimmen. Ärzte ohne Grenzen betreibt in Habila ein Spital mit 21 Betten und ein therapeutisches Ernährungszentrum mit Tagesbetreuung. "Die Situation in Habila ist heute deutlich besser als vor ein paar Monaten. Ärzte ohne Grenzen hat sicherlich dazu beigetragen, aber die Menschen brauchen weiterhin unsere Hilfe," berichtete Anita Sackl nach ihrer Rückkunft.
ÄthiopienMay 2004 - Jul 2004
In Äthiopien konzentriert sich die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen vor allem auf medizinische Basisversorgung, Katastropheneinsätze, Gesundheits- und Ernährungszentren und Wasseraufbereitung. Der Aufgabenbereich der erfahrenen Krankenschwester Anita Sackl in Gambella verlangte viel Geduld und Hartnäckigkeit. Sie evaluierte vor Ort die Lage, um den Bedarf und Umfang der benötigten Hilfe festzustellen. Ein schwieriges Unterfangen, weil die Regierungsstellen nur eingeschränkte und zum Teil sehr unterschiedliche Informationen weitergeben. Ein weiteres Problem war die Sicherheitslage, immer wieder kam es zu Kämpfen in der unmittelbaren Umgebung. "Die Schusssalven dauerten etwa 10 Minuten an, und es war schlimm zu wissen, dass in diesem Moment Menschen sterben - Männer, Frauen, Kinder", berichtete Anita Sackl betroffen.
ÄthiopienJul 2003 - Sep 2003
Boditi ist eine Kleinstadt auf der Touristenroute von der Hauptstadt Äthiopiens Addis Abeba nach Jinka. Hier würde niemand Ernährungshilfe vermuten. In 1800 m Seehöhe ist die Landschaft grün und fruchtbar, aber trotzdem hungern hier die Menschen, weil 2002 die Bevölkerung die Ernte aufgrund des späten Einsatzes des Regens verlor.
Dann blieb zu Jahresbeginn 2003 auch der Regen aus und dies in jenen Monaten, wo der grossteil der Nahrung der Bevölkerung von dieser Ernte abhängt. Als weiterer Faktor kommt die Überbevölkerung des Woredas zu tragen. Auf einen Quadratkilometer kommen 620 Personen, größer als der nationale Durchschnitt, und dies führt zur extremer Landknappheit für die Landwirtschaft.
Im April fanden Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen die ersten unterernährten Kinder. Dies war der Beginn einer groß angelegten Nahrungsmittelhilfe. Ärzte ohne Grenzen eröffnete in Damot Gale 9 Ernährungszentren. Dadurch besserte sich die momentane Ernährungssituation der Bevölkerung.
Die Rolle von Anita Sackl im Programm von Boditi ist vielseitig. Sie ist für das Management speziell von zwei Ernährungszentren neben der Koordination weiterer vier Zentren, der Datensammlung und für ernährungsbedingte und medizinische Fragen zuständig.
"Am schönsten ist es in der Realität in den Zentren und in den Daten zu sehen, dass das Programm dem Ende zugeht und man einer Bevölkerung über eine Hungerkatastrophe hinweg geholfen hat", so Sackl in einem Brief aus dem Einsatz.
SudanApr 2001 - Jan 2002
Auch der zweite Auslandseinsatz führte die junge Steirerin auf den afrikanischen Kontinent: Im Südsudan betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Projekt im Kampf gegen die Schlafkrankheit. Die Arbeit in dem langfristig angelegten Projekt in Kiri war daher auch ganz anders gelagert, als beim ersten Einsatz von Anita Sackl. Da war es ja um vorübergehende Ernährungshilfe zur Überbrückung einer zeitweiligen Lebensmittelknappheit gegangen. Die Schlafkrankheit jedoch ist im Südsudan ein chronisches Problem, dem nur durch langfristige und strategisch angelegte Hilfe begegnet werden kann.
ÄthiopienJul 2000 - Nov 2000
Was Anita Sackl in Äthiopien erlebte, hinterließ bei der jungen Steirerin tiefe Eindrücke: "Gleich am ersten Tag hatten wir in unserem therapeutischen Ernährungszentrum in Boditi 90 Kinder. Innerhalb zweier Tage hatten wir 210 Kinder obwohl strengste Aufnahmekriterien galten." Ursache der Notsituation waren vorangegengenen Missernten und auch Unterschiede in der Versorgung verschiedener Volksgruppen. Einige Monate später hat sich die Ernährungslage wieder so weit gebessert, dass das Projekt in Boditi beendet erden konnte. Als eine der letzten internationalen Helfer kehrte auch Anita Sackl nach Österreich zurück.