Katharina SIGL
Kinderkrankenschwester, Human Resources
Oberösterreich
Vielfältigste Projekterfahrung
"Ärzte ohne Grenzen steht für vieles, mit dem ich mich voll identifizieren kann", erklärte die junge oberösterreichische Kinderkrankenschwester im Jahr 1996, als sie sich bei Ärzte ohne Grenzen bewarb. Ihre Sprachkenntnisse (Englisch und Französisch), ihre Berufserfahrung und die Absolvierung des Tropenmedizinischen Kurses in Basel waren eine sehr gute Basis für ihren ersten Auslandseinsatz.
Auch viele Hilfseinsätze später hat Katharina Sigl nichts von ihrem Enthusiasmus und ihrem Engagement eingebüßt. Sie hat inzwischen in einer solchen Vielfalt von Projekten mit Ärzte ohne Grenzen mitgearbeitet, wie kaum jemand anderer aus Österreich. Seit 1. Jänner 2004 ist sie auch fixer Teil des Teams im Wiener Büro, wo sie im Bereich des Recrutements von Einsatzkräften tätig ist - ein Job, bei dem sie die Erfahrungen aus ihren Einsätzen perfekt einbringen kann.
Einsätze
Demokr. Republik KongoJun 2006 - Jul 2006
SudanOct 2004 - Jan 2005
Die Folgen der andauernden Gewalt im Sudan sind vielfältig: sie reichen von physischen und psychischen Verletzungen bis hin zu einer teilweise katastrophalen Ernährungslage. Oft sind die Menschen nahezu ausschließlich auf Hilfe von außen angewiesen. Nach einigen Sicherheitsproblemen arbeitete die Krankenschwester Katharina Sigl in einem Projekt in Shanguil Tobaya. Tausende Menschen versuchen hier zu überleben und suchen Hilfe in dem von Ärzte ohne Grenzen betriebenen Ernährungszentrum.
BurundiJan 2003 - Mar 2003
In dem von ständigen Unruhen gezeichneten Land fehlt es oft am Notwendigsten. 1 bis 2 Millionen Menschen sterben hier jährlich an Malaria, besonders für die Ärmsten gibt es keine ausreichende medizinische Versorgung. Bis zu 280 Patienten kommen täglich in die mobile Klinik, um sich untersuchen oder impfen zu lassen und sich Medikamente zu holen. Die strengen, von den Regierungsbehörden verhängten Sicherheitsvorschriften, erschweren die Einsätze. Dank Katharina Sigls Erfahrung und ihrem großen Engagement konnte der Ablauf der mobilen Klinik und die hygienischen Zustände verbessert werden. Das lokale Personal erhielt Trainings, die vor allem den richtigen Einsatz von Medikamenten und Epidemiologie zum Thema hatten. Es war dies bereits der 7. Einsatz der engagierten Krankenschwester.
KamerunMar 2001 - Apr 2001
Kamerun ist, wie der Tschad, einer der Staaten des sogenannten Meningitis-Gürtels. Dieser erstreckt sich südlich der Sahara quer durch Afrika. Immer wieder kommt es in dieser Region zum Ausbruch von Meningitis-Epidemien, denen Ärzte ohne Grenzen mit Impfkampagnen begegnet. Katharina Sigl hatte im Herbst 2000 an einem Fortbildungskurs über Impf- Kampagnen und Ernährungshilfe Teil genommen. Als sie nun im Norden Kameruns gebraucht wurde, konnte sie sich innerhalb weniger Stunden frei machen und auf Einsatz gehen. Im April 2001 kehrte sie von ihrem Einsatz zurück.
An vielen Ecken des Indonesiens sind in den letzten Monaten ethische Konflikte aufgebrochen. Außerdem wurden die Bewohner mancher Inseln in letzter Zeit von Naturkatastrophen heimgesucht. Katharine Sigl war auf Banggai, einer Insel nahe Sulawesi , um dort die mittelfristigen Auswirkungen des starken Erdbebens von Mai 2000 zu erkunden. "Die ohnedies fragile Gesundheitsversorgung der Menschen in Banggai wurde durch dieses Erdbeben nochmals beeinträchtigt", war Katharina Sigls Fazit, das sie der Projektkoordination in Jakarta zuletzt überbrachte. Hygiene- Schulung würde z.B. die Lage verbessern: aber das geht nicht von heute auf morgen, gute Planung ist hier sehr wichtig.
In der mauretanischen Hauptstadt Nouakschott eröffnete Ärzte ohne Grenzen 1999 einen Gesundheitsposten als Stützpunkt für ein Schulungsprogramm für lokale Mitarbeiter. Besondere Schwerpunkte bildeten dabei die Mutter-Kind-Versorgung und ein Ernährungszentrum, denen sich Katharina Sigl widmete. "Es war nicht immer leicht hier zu arbeiten", berichtete sie nach ihrer Rückkehr. "Wir hatten weder Wasser noch Strom, und auch sonst standen wir immer wieder vor Hürden, die sich vor uns aufbauten. Wir haben viel Kraft gebraucht, um unsere gesetzten Ziele zu erreichen"
Katharina Sigl war nach ihren ersten Einsätzen nach Österreich zurückgekehrt und hatte am St. Anna-Kinderspital in Wien gearbeitet. Doch die Bilder aus dem Kosovo rissen sie im Frühsommer 1999 wieder aus ihrem Alltag. "Als ich nach Cegrane ins Lager kam, war es wie ein Traum, der ablief", schilderte sie später. Die vielen Menschen, das Chaos bei deren Ankunft im Lager: all das entsprach den Bildern, die sie von ihren früheren Einsätzen kannte, nur war es jetzt hier mitten in Europa. "Die Arbeit in Cegrane war sehr intensiv", war auch Katharina Sigls Bilanz nach zwei anstrengenden Monaten.
SomaliaJun 1997 - Nov 1997
Im Nordteil der somalischen Hauptstadt Mogadischu unterhielt Ärzte ohne Grenzen Gesundheitszentren, wo durch Schulungen und einfache Maßnahmen die Hygienesituation verbessert wurde und die Basisversorgung der Menschen aufrecht erhalten.
"Ein besonderes Problem war in Somalia die Sicherheitslage", erinnert sich Katharina Sigl. "Doch wenn wir, die internationalen Mitarbeiter, evakuiert wurden, führten die lokalen Kollegen unsere Arbeit fort, bis wir wieder zurückkehren konnten. Gerade dann sah man, dass die Schulungen erfolgreich waren".
KeniaApr 1997 - May 1997
Gleich der erste Einsatz von Katharina Sigl führte sie in ein "typisches" Hilfsprogramm von Ärzte ohne Grenzen. In der Gegend um Mandera, im Norden Kenias hatten im Frühsommer 1997 die Fälle von Cholera sprunghaft zugenommen. Die Menschen, in dieser kargen Region ohnehin durch mangelnde Ernährung geschwächt, waren vollkommen von der Hilfe von außen abhängig. Katharina Sigl konnte am Aufbau der Cholera- Behandlungs-Zentren mitarbeiten, und viele ihre Kenntnisse vom Tropenkurs praktisch anwenden. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten, die Epidemie konnte eingedämmt werden.