Walter VOITL
Krankenpfleger
Oberösterreich
Technisch und organisatorisch begabter Krankenpfleger
Schon lange wollte Walter Voitl in der sogenannten “Dritten Welt” arbeiten. Sein Wunsch bekam konkrete Züge, als er im Sommer 1998 am Linzer Hauptplatz die Ausstellung "Ein Flüchtlingslager im Herzen der Stadt" von Ärzte ohne Grenzen besuchte. Alles was er bis dahin getan hatte, erwies sich als nützlich: Werkzeugmacherlehre, Krankenpflegediplom, Pfadfindergruppenleitung, Rucksackreisen quer durch die Welt. Er meldete sich bei Ärzte ohne Grenzen in Wien und ging schon bald auf seinen ersten Auslandseinsatz nach Sierra Leone. Alles, was er in Linz bloß als Ausstellung gesehen hatte, war plötzlich sein Alltag.
Nachdem er drei Jahre lang in der Fundraising-Abteilung des Wiener Büros arbeitete, war Walter Voitl als Human Resources Director von Ärzte ohne Grenzen Österreich zwischen 2005 und 2008 für das Recruitment von Einsatzmitarbeitern verantwortlich.
Einsätze
AngolaSep 2006 - Nov 2006
SudanJul 2004 - Aug 2004
Kinder sind wie so oft die größten Leidtragenden, wenn in einem Land Gewalt, Hunger und Krankheiten herrschen. Die Versorgung der Bevölkerung im Sudan ist äußerst unzureichend, viele Kinder sterben an Unterernährung oder an den Folgen schwerer Krankheiten. Der Krankenpfleger Walter Voitl war mit dem Team von Ärzte ohne Grenzen in Kerenek in Darfur stationiert. Nach der Überwindung einiger administrativer Hindernisse stand der Aufbau eines Ernährungszentrum für Kinder im Mittelpunkt seiner Arbeit.
"In Kerenek wohnten ursprünglich 3.000 Leute, jetzt sind 25.000 Vertriebene dazu gekommen. Natürlich können wir nicht alles abdecken, aber es ist doch so, dass man mit viel Einsatz einiges bewegen kann", berichtete der engagierte Krankenpfleger von seinem dritten Einsatz.
ÄthiopienApr 2003 - Jun 2003
Eine im April 2003 durchgeführte Untersuchung zeigt die prekäre Lage der Kinder Äthiopiens sehr deutlich: rund 4.000 Kinder unter 5 Jahren leiden unter akuter Mangelernährung und brauchen dringendst medizinische und ernährungstherapeutische Behandlung. Verschärft wurde die Lage dieses Jahr durch einen Ernteausfall. Ärzte ohne Grenzen hat sofort darauf reagiert und seine Teams in dem Land verstärkt.
Walter Voitl arbeitet in den Noternährungszentren in Boditi. Mittlerweile betreut das Einsatzteam fast 500 Kinder in 3 Ernährungszentren. Zusätzlich wird Nahrung und Medikamente an die Bevölkerung direkt abgegeben. "In einem Noternährungszentrum zu arbeiten, ist wahrscheinlich das Beste, was einem passieren kann, weil sich die Kinder so unglaublich schnell erholen und die Fortschritte schnell sichtbar sind", Walter Voitl in einem Brief zu seinem Einsatz in Äthiopien.
Walter Voitl war für das Ernährungzentrum in der Stadt und für die Gesundheitszentren in den umliegenden Dörfern zuständig. "Manchmal kommt die Arbeit in den Gesundheitszentren ein wenig zu kurz, weil ich mit dem Ernährungszentrum ziemlich ausgelastet bin", berichtete Walter Voitl. "Im Dezember begannen wir außerdem mit einer Masern-Impfaktion." Denn was in Europa zumeist nur eine harmlose Kinderkrankheit ist, kann unter den hiesigen schwierigen Lebenumständen - Unterernährung, schlechte hygienische Verhältnisse - für viele Kinder tödlich verlaufen.