"So paradox es klingen mag: die Gegend hier ist eine der friedlichsten, die ich je erlebt habe. Die Regionen, in denen es immer noch Unruhen gibt, sind hunderte Kilometer entfernt und es liegen hohe Berge dazwischen." So klangen Peter Zauner´s erste Eindrücke aus Afghanistan, seinem bereits fünften Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen. In der entlegenen Bergregion rund um Bamian arbeitete Peter am Wiederaufbau der lokalen Gesundheitsstruktur mit. Das Krankenhaus in Bamian ist das einzige für eine Bevölkerung von rund 100 000 Menschen. Peters Hauptaufgabe als MTA lag darin, den lokalen Laboranten in die Verwendung von neuen Laborgeräten und Reagenzien einzuschulen, ausserdem organisierte er eine Grundausbildung für neue Laboranten. Die Motivation und das Interesse war beeindruckend, schrieb Peter. Die Mitarbeiter waren über das komplett renovierte Spital sehr glücklich und mit Begeisterung bei der Arbeit.
ÄthiopienMar 2001 - May 2001
Auch Äthiopien ist eines der Länder des sogenannten Meningitisgürtels. Als Peter Zauner als Logistiker zur Impfaktion nach Äthiopien gerufen wurde, standen neben diesem ostafrikanischen Land auch noch Kamerun und Guinea im Banne der Epidemie. Überall sind Hilfsteams von Ärzte ohne Grenzen auf Einsatz.
Über 80.000 Ambonesen wurden infolge der Auseinandersetzungen zwischen Christen und Moslems aus ihren Dörfern vertrieben und leben in Lagern. Ärzte ohne Grenzen kümmert sich auf beiden Seiten des Konflikts um die Versorgung der Lager mit Lebensmitteln, Trinkwasser und um die medizinische Versorgung. "Die Infrastruktur, die Verwaltung, der ganze Alltag auf der Insel sind durch die Auseinandersetzungen gestört", berichtet Peter Zauner nach seiner Rückkehr. "Wir, als internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen waren die einzigen, die die Checkpoints passieren konnten. Unsere einheimischen Kollegen beider Religionen arbeiteten zwar zusammen - aber nur auf Entfernung. Treffen konnten sie einander nicht."
Kasachstan ist einer jener Nachfolgestaaten der Sowjetunion, in denen Tuberkulose eine besondere Gefahr darstellt. Vor allem das zunehmende Auftreten von gegen die meisten Medikamente resistenten TB-Formen ist Besorgnis erregend. Peter Zauner gehörte zu dem Team von Ärzte ohne Grenzen, das in der Umgebung der südkasachischen Großstadt Schymkent ein TB-Projekt startete. Ziel ist es, die Behandlung der TB so zu organisieren, dass die Entstehung von Resistenzen möglichst verhindet wird.