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Donnerstag, 23. Oktober 2014 | 05:43 CEST
Batil, Südsudan, 21.01.2013: Die Hepatitis-E-Station von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus des Flüchtlingslagers Batil.Foto: Corinne Baker/MSF
Veröffentlicht am 12.02.2013
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Hepatitis-E-Ausbruch im Südsudan: Die Geschichte einer Patientin

Mariam* ist 22 Jahre alt. Erst kürzlich wurde sie aus dem Spital von Batil entlassen nachdem sie fast einen Monat lang  in der Hepatitis-E-Abteilung verbringen musste. Als sie das erste Mal in das Spital gebracht wurde, war Mariam schwanger und außerdem an Malaria erkrankt. Eine Woche lang lag sie im Koma als sie eine tragische Fehlgeburt erlitt. Als sie aus dem Koma erwachte, ging es ihr ein wenig besser bis plötzlich ihre Nieren versagten. Ihr ganzer Körper schwoll an, zu ihren leichten 40 Kilogramm Körpergewicht kamen 15 Kilo hinzu und sie wurde weitere Wochen im Spital behandelt. Sie erholt sich nun und ihr Ehemann erzählt Mariams Geschichte...

„Wir erreichten Maban im vergangenen Jahr. Unser Zuhause in Bau in Blue Nile mussten wir wegen der Kämpfe dort verlassen. Wir haben keine Waffen, deswegen flohen wir. Elf Tage lang waren wir mit 14 anderen Familien zu Fuß unterwegs, um die Grenze zu erreichen. Dort verbrachten wir weitere zehn Tage bis wir in das Lager Batil gebracht wurden.

Als wir in Batil ankamen, war das gut. Aber jetzt, nachdem die Krankheit ausgebrochen ist, geht es uns nicht mehr gut. Meine erste Frau war krank und dann wurde auch Mariam, meine zweite Frau, krank. Auch ich erkrankte, alle hatten wir gelbe Augen. Als Mariam im Dezember erkrankte, wussten wir nicht genau, was hier passierte. Sie weinte und weinte, weil ihr ganzer Körper heiß war. Ihre Augen wurden gelb und ihr Urin rot. Sie war schwanger als die Krankheit ausbrach, also brachte ich sie in das Spital. Sie reagierte auf nichts, lag einfach nur da. Die Erkrankung war schuld, dass sie das Baby verlor.

Mein Zelt ist nicht weit vom Spital entfernt. Deswegen übernachtete ich im Zelt und besuchte Mariam jeden Morgen. Jetzt sehe ich, dass es ihr besser geht und ich bin glücklich. Ich möchte mehr Kinder haben, ich muss. Wenn die Kämpfe ein Ende haben, werden wir zurück nach Bau gehen. Aber ich habe gehört, dass die Kämpfe immer noch andauern, und so werden wir hier bleiben.“

*Name verändert, um die Privatsphäre der Patientin zu schützen.

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