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Freitag, 18. April 2014 | 12:34 CEST
Maban, Südsudan, 19.01.2013: Fast ein Monat verbrachte Mariam in der Hepatitis-E-Abteilung des Krankenhauses von Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Batil.Foto: Corinne Baker/MSF
Veröffentlicht am 01.02.2013
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Hepatitis-E-Ausbruch in den Flüchtlingslagern im Südsudan

Eine Hepatitis-E-Epidemie in den Flüchtlingslagern im südsudanesischen Bezirk Maban nimmt immer größere Ausmaße an, berichtet die medizinische Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF). Bisher haben die medizinischen Teams in den Gesundheitseinrichtungen, die die Organisation in den Flüchtlingslagern unterhält, 3.991 Patientinnen und Patienten behandelt und 88 Tote gezählt, darunter 15 schwangere Frauen.

Hepatitis E ist ein Virus, das zu akutem Leberversagen und zum Tod führen kann. Es ist besonders gefährlich für schwangere Frauen. Wie die Cholera breitet sich das Virus in einem Umfeld mit schlechten hygienischen Bedingungen sowie durch verseuchtes Wasser aus. Man kann nur die Symptome behandeln, nicht aber die Krankheit selbst.

Hepatitis-E-Ausbruch große Gefahr

„Wir tun, was in unserer Macht steht, um den Menschen mit Hepatitis E zu helfen, doch es gibt keine Behandlung für die Krankheit“, sagt José-Luis Dvorzak, der medizinische Koordinator von Ärzte ohne Grenzen im Bezirk Maban. „Wir vermuten, dass dieser Ausbruch alles andere als vorbei ist, und es werden noch viele weitere Menschen sterben.“

Seit es im Juni 2012 die ersten Krankheitsfälle gab sind die drei Lager Jamam, Gendrassa und Batil am stärksten betroffen. In Batil steigt die Zahl der Betroffenen nach wie vor an: Die Sterblichkeitsrate ist hier von einem bis zwei Toten pro Woche im November auf zehn Tote pro Woche im Januar angestiegen. In den vergangenen zwei Wochen hat Ärzte ohne Grenzen weitere 41 Verdachtsfälle von Hepatitis E im Flüchtlingslager Doro festgestellt, zwei der Betroffenen sind gestorben. Das bedeutet, dass keines der vier Lager im Bezirk Maban mehr frei von dem Virus ist.

Bedingungen in den Lagern erhöhen Risiko

Der Hepatitis-E-Ausbruch konnte dank der schlechten hygienischen Bedingungen in den Flüchtlingslagern um sich greifen, in denen mehr als 110.000 Flüchtlinge aus dem Sudan leben. Die Versorgung mit sauberem Wasser ist unzureichend, der Zugang zu funktionierenden Latrinen ist eingeschränkt und es gibt zu wenige Stellen zum Händewaschen. „Die Flüchtlingslager sollten nicht nur Orte sein, wo die Menschen in Sicherheit vor dem Konflikt sind, sondern auch ein Platz, an dem sie am Leben bleiben können und sicher sind vor vermeidbaren Krankheiten und Epidemien", sagt Laurence Sailly, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Doro.

Für die Teams von Ärzte ohne Grenzen bedeutet die Behandlung der Hepatitis-E-Patienten eine große zusätzliche Belastung. Denn neben der Behandlung aller regulärer Patientinnen und Patienten in den Feldkrankenhäusern der Organisation führen die Teams auch andere Notfall-Aktivitäten durch. Etwa pumpt, behandelt und verteilt Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Doro pro Woche 2,5 Millionen Liter sauberes Wasser.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit November 2011 in Maban und bietet in allen vier Flüchtlingslagern Gesundheitsversorgung an. Die Organisation unterhält in den Lagern drei Feldspitäler und sieben Gesundheitsposten.

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