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Donnerstag, 02. Oktober 2014 | 18:28 CEST
Dadaab, Kenia, 05.06.2009: Eine somalische Mutter steht mit ihrem Kind vor der Unterkunft im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia. Etwa 260.000 Somalis suchen Schutz in den Lagern Dagahaley, Ifo und Hagadera an der kenianisch-somalischen Grenze. Foto: Finbarr O'Reilly/Reuters
Veröffentlicht am 10.02.2010
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Hilfe für Somalische Flüchtlinge

Jeden Monat fliehen Tausende Somalis ins benachbarte Kenia und suchen im Flüchtlingslager Dadaab Schutz und Unterkunft. Das Lager zählt zu den überfülltesten weltweit. Ärzte ohne Grenzen leistet in Dadaab seit Februar 2009 medizinische Unterstützung. Auch wenn seit Aufnahme der Arbeit erste Verbesserungen in den Lagern zu erkennen sind, ist die Situation weiterhin besorgniserregend. Die Flüchtlinge bekommen nur das Minimum zum Überleben.

"Wir haben im vergangenen Jahr Verbesserungen der Lebensbedingungen gesehen. Die Flüchtlinge bekommen mittlerweile die volle Ration Nahrung, die ihnen zusteht und einige erhalten auch Gebrauchsgegenstände. Es werden aber ganz klar mehr Wasser und mehr Platz benötigt", erklärt Duncan Bell, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Lager Dagahaley in Dadaab. "Die Menschen bekommen jetzt zwar schon mehr Wasser als zu Anfang, aber noch immer sind es nur 15 Liter pro Tag."

"Die Überfüllung ist ein großes Problem", ergänzt Duncan. "Die zuständigen Organisationen und die Regierung versuchen, dafür eine Lösung zu finden. Es muss schnell etwas passieren. Sei es, dass umgehend ein viertes Lager eröffnet wird oder die bestehenden vergrößert werden."

Die drei Lager, die im Jahr 1990 eröffnet wurden, waren für 90.000 Bewohner gedacht. Heute leben dort fast dreimal so viele Menschen. Die Gesundheitseinrichtungen sind überfordert und derartig viele Flüchtlinge auf so engem Rau sind eine öffentliche Zeitbombe.

Tausende auf der Flucht

Jeden Monat überqueren Tausende somalische Menschen auf der Suche nach Schutz die offiziell geschlossene Grenze zwischen Kenia und Somalia und strapazieren damit die Kapazität der bestehenden Lager aufs Äußerste. Heute leben mehr als 260.000 Menschen in den Lagern in Dadaab.

"Solange sich die Situation in Somalia nicht ändert, glaubt Ärzte ohne Grenzen nicht, dass die Zahl der Zuflucht suchenden Somalier abnehmen wird. Wir sind jetzt seit einem Jahr hier und der Meinung, dass die Bedingungen in den Lagern noch immer inakzeptabel sind", fährt Duncan fort.

Ärzte ohne Grenzen betreut mehr als 100.000 Bewohner des Lagers Dagahaley. Die Mitarbeiter haben im Jahr 2009 mehr als 67.000 Menschen medizinisch behandelt, einschließlich nahezu 2.300 mangelernährter Kinder. Die Organisation hat außerdem ein psychologisches Programm, da die Zahl der Flüchtlinge, die unter seelischen Problemen leiden, sehr hoch ist.

Ärzte ohne Grenzen in Somalia

Während Ärzte ohne Grenzen Zehntausende somalische Flüchtlinge in den benachbarten Ländern Djibouti, Kenia und Jemen medizinisch versorgt, arbeitet die Organisation auch innerhalb Somalias. Die somalische Bevölkerung war auch im Jahr 2009 Opfer von Gewalt, während eine schwere Dürre Teile des Landes geplagt hat. Millionen Menschen benötigen dringend medizinische Hilfe. Die Bedürfnisse der Somalier und die humanitäre Antwort klaffen immer weiter auseinander.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet ohne Unterbrechung seit 17 Jahren in Somalia und leistet derzeit in neun Projekten medizinische Unterstützung. Alleine in den ersten sechs Monaten im Jahr 2009 haben die Mitarbeiter 376.000 Patienten ambulant behandelt, einschließlich 164.000 Kindern unter fünf Jahren. Etwa 13.000 Menschen wurden stationär aufgenommen und mehr als 22.000 Frauen haben Geburtshilfe bekommen. Von den mehr als 3.300 chirurgischen Eingriffen waren nahezu 2.000 Verletzungen auf die Gewalt zurückzuführen. 1.400 Malariafälle wurden behandelt und 600 haben mit einer Tuberkulose-Behandlung begonnen. Etwa 15.000 mangelernährte Menschen wurden mit Nahrung und medizinischer Hilfe versorgt und 126.700 geimpft.

Mehr als 1.500 somalische Mitarbeiter arbeiten für Ärzte ohne Grenzen in den Projekten. Sie werden von etwa 90 Mitarbeitern in Nairobi unterstützt. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Arbeit in Somalia keine institutionellen Gelder. Alle Projekte werden mit privaten Spenden finanziert.

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