Monday, 21. May 2012 | 21:34 CEST

Beirut, Libanon, 02.12.2010: Mohammad Ahmad Yassin, 67 Jahre alt, wurde 1982 durch eine israelische Bombe schwer verletzt. Seither kann er nicht mehr arbeiten. Foto: Dina Debbas
Veröffentlicht am 09.03.2011
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„Leben... welches Leben meinen Sie?“

Yassin erzählt: „Ich komme soeben von meinem Termin beim Physiotherapeuten zurück. Für die Behandlungskosten kommt eine kleine lokale Organisation auf. Ich habe immer noch Probleme mit meiner Hüfte. Diese Verletzung stammt aus einem israelischen Bombenangriff.

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Es geschah im Jahr 1982, und ich kann mich noch heute an jede Einzelheit jenes Tages erinnern: die Toten, die Verletzten, die Köpfe, die auf dem Boden lagen. Wir hätten nie gedacht, dass sie uns vom Meer aus angreifen würden. Uns war klar, dass sie uns bombardieren würden, wir wussten aber nicht wann und woher. Dann ging es los, Granaten explodierten. Ich kriege diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf; die verstümmelten Körper meiner Freunde, das Blut, der Geruch. Ich hatte Granatsplitter im Knie, im Knöchel und in der Hüfte. Heute kann ich nicht mehr arbeiten. Ich lebe von der Unterstützung, die ich aufgrund meiner Behinderung erhalte. Das Leben hier im Lager ist wie zäher Teer.

Leben... welches Leben meinen Sie? Jeder weiß, was Leben hier bedeutet! Die Jungen sind auf der Strasse, haben keine Arbeit. Das Leben ist sehr teuer. Wir halten zusammen und helfen uns gegenseitig. Ich habe Palästina verlassen, als ich elf war. In Palästina kommt alles Gute von den Oliven. Ich führte dort einen landwirtschaftlichen Betrieb, das Land und die Felder gehören immer noch mir. Ich war reich. Wir würden so gerne nach Palästina zurückkehren, selbst wenn wir barfuß gehen müssten.“

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