Libyen: Erste Interventionen in drei Spitälern
Das erste Team von Ärzte ohne Grenzen hat am Freitagabend Bengasi erreicht und konnte in der Stadt die Bedürfnisse von drei Spitälern (Al Jalaa, Al Harari und Benghazi Medical Center) abklären.
Das Team berichtet, dass die Spitäler in der Regel gut ausgestattet sind und die eingelieferten Verletzten bis jetzt adäquat versorgt werden konnten, dass den Spitälern jedoch eine drohende Materialknappheit bevorsteht, vor allem was Schmerzmittel, Verbandmaterial, Narkosemittel und externe Fixateure betrifft. Ärzte ohne Grenzen wird die benötigten Materialien und Medikamente bereitstellen. Außerdem führen die Teams für die von ihnen betreuten Spitäler Triage-Trainings durch. Das Ziel der Trainings ist, sicher auf plötzliche Anstürme von Verletzten vorbereitet zu sein.
Die Evaluation der Ärzte des Einsatzteams hat außerdem ergeben, dass viele der kürzlich operierten Patienten des Al Jalaa-Spitals Nachfolgeoperationen benötigen. Am Montag werden deshalb ein orthopädischer Chirurg, ein Anästhesist und eine OP-Schwester zum bereits vor Ort stationierten Team hinzustoßen und die weiter notwendigen chirurgischen Eingriffe für diese Patienten abklären.
Heute, Samstag, hat das Team von Ärzte ohne Grenzen zwei weitere Kliniken in Bengasi besucht und zusätzlich damit begonnen, die nötigen Maßnahmen zu treffen, um weiter westlich ins Land vorzustoßen.
Das Einsatzteam in Libyen besteht nun aus zwei Koordinatoren, zwei Ärzten, zwei Logistikern und einem Administrator. Mit ihnen zusammen sind zwei Lastwagen mit Medikamenten und medizinischem Material sowie chirurgischer Ausrüstung in Bengasi eingetroffen. Zwölf weitere Tonnen Material sind transportbereit und werden - sobald ein Transportweg offen - steht via Ägypten oder Malta nach Libyen verschickt.
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