Somalia: Schwere Kämpfe fordern zahlreiche zivile Opfer
Nach heftigen Kämpfen in Somalia behandelt Ärzte ohne Grenzen zahlreiche Verwundete. Die Kämpfe brachen am 31.8. in der Stadt Galcayo in der Region Mudug in Zentralsomalia aus. Zahlreiche Zivilisten wurden getötet. Im Krankenhaus im Nordteil der geteilten Stadt, das von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird, wurden 60 Verwundete behandelt. Die meisten davon sind Zivilisten. In einem von Ärzte ohne Grenzen betriebenen Krankenhaus im Südteil der Stadt wurden bislang 20 Verwundete behandelt. Die Kämpfe haben Berichten zufolge bislang mindestens 18 Todesopfer gefordert.
„Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt über die hohe Zahl an zivilen Opfer der Kämpfe”, erklärt Rolland Kaya, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen. „Wir werden die Lage weiterhin genau beobachten und die medizinische Hilfe ausdehnen, wenn das nötig ist.”
Ärzte ohne Grenzen hat dem Krankenhaus im Norden Galcayos medizinisches Material zur Verfügung gestellt, das benötigt wird, um Verwundete zu versorgen, vor allem für Operationen. Bisher betreibt die Organisation in der Klinik eine Station zur ambulanten Behandlung von Kindern unter 12 Jahren. Im Juli haben die Teams außerdem eine stationäre Kinderabteilung gestartet, zudem betreiben sie ein therapeutisches Ernährungsprogramm für mangelernährte Kinder. In der Klinik im Südteil der Stadt stellen die Mitarbeiter eine umfassende Gesundheitsversorgung sicher und betreiben einen Operationssaal.
Großer Bedarf an Hilfe
In Galcayo herrscht ein gewaltiger Bedarf an medizinischer Hilfe - nicht nur unter der ansässigen Bevölkerung, sondern auch unter den Tausenden Menschen, die vor Gewalt und Hunger in der Umgebung hierher geflohen sind. Ärzte ohne Grenzen ist in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern die wichtigste Organisation, die eine kostenlose Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellt.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1991 ununterbrochen in Somalia und bietet derzeit in acht Regionen im Süden und im Zentrum des Landes kostenlose medizinische Versorgung an. Mehr als 1.400 somalische Mitarbeiter, unterstützt von etwa 100 Mitarbeitern in Nairobi, stellen eine medizinische Grundversorgung sicher, behandeln Mangelernährung, führen Operationen durch, betreuen Vertriebene und verteilen Hilfsgüter und Trinkwasser. Ärzte ohne Grenzen leistet außerdem in den Flüchtlingslagern Dadaab in Kenia und Dolo Ado in Äthiopien medizinische Hilfe für somalische Flüchtlinge.
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