Somalia: Schwieriger Kampf gegen Cholera und Masern
Ärzte ohne Grenzen bekämpft zurzeit Cholera und Masern in der Stadt Marere und Umgebung (Südsomalia). In Marere und den Städten Jilib, Keytoy und Osman Moto leben 5.000 Vertriebene, die aus von Dürre und Konflikt gezeichneten Regionen geflohen sind. In ganz Somalia ist Ärzte ohne Grenzen damit konfrontiert, nur eingeschränkt helfen zu können. Die Bekämpfung der Ausbrüche ist daher äußerst schwierig.
Hunderttausende Menschen aus Somalia sind im Land unterwegs beziehungsweise fliehen in andere Länder, um der humanitären Krise in ihrem Land zu entkommen. Der Bürgerkrieg, Gewalt, fehlende Entwicklung und Hilfe wie die gegenwärtige Dürre haben die Menschen extrem geschwächt. Mangelernährung und entsprechende Begleiterkrankungen sind weit verbreitet. Cholera und Masern sind typisch für Situationen, in denen geschwächte und mangelernährte Menschen ohne Abwehrkräfte an Orten zusammenleben, an denen es an Trinkwasser und sanitären Einrichtungen fehlt.
„Seit dem Ausbruch der Masern-Epidemie unter den Vertriebenen, konnten wir 150 von ihnen behandeln“, erklärt Silvia Colona, Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Marere. „Ideal wäre es, wenn wir alle Kinder in den betroffenen Dörfern impfen könnten. Es gibt nur diesen Weg, um eine Epidemie unter sehr geschwächten Menschen zu stoppen. Bislang ist das aber noch nicht geschehen. Wenn uns die Behörden die Möglichkeit zu Massenimpfungen bei Kindern in den Orten geben würden, könnten wir eine Epidemie und unnötige Tote verhindern.“
Behandlungszentren in Jilib eröffnet
Ärzte ohne Grenzen hat auch ein Cholera-Behandlungszentrum in einem Krankenhaus in Marere, das bereits seit acht Jahren von der Organisation geleitet wird, eingerichtet. Darüber hinaus eröffnet Ärzte ohne Grenzen nahe dem Flüchtlingslager in Jilib ein Cholera- und ein Masern-Behandlungszentrum und reagiert somit auf die erhöhte Patientenzahl. In den vergangenen Wochen wurden mehr als 80 Cholerakranke behandelt. Da Cholera stark ansteckend ist, müssen die Erkrankten isoliert werden. Die aktuelle Situation ist beunruhigend. Ärzte ohne Grenzen versucht, durch Hygiene-Schulungen und die Desinfektion der Brunnen weitere Infektionen zu verhindern.
An die Flüchtlinge in Jilib hat Ärzte ohne Grenzen diese Woche zusätzlich Hilfsgüter verteilt. Die Teams haben Decken, Eimer und Kochgeschirr an mehr als 1.600 Haushalte ausgegeben.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1991 in Somalia und leistet kostenlose medizinische Hilfe in acht Regionen. Mehr als 1.400 nationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, unterstützt von rund 100 Mitarbeitern in Nairobi, leisten medizinische Basisversorgung, behandeln Mangelernährung und helfen den Flüchtlingen mit der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und Hilfsgütern in neun Einrichtungen in Süd- und Zentral-Somalia. Ärzte ohne Grenzen leistet auch medizinische Hilfe für somalische Flüchtlinge in Kenia und Äthiopien.
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Somalia-Krise
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