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Chronische Krisen
Sudan, Demokratische Republik Kongo, Kolumbien... Viele Länder leiden unter einem Phänomen, das Spezialisten mit dem Begriff "chronisch-komplexe Krisen" umschreiben. Gemeint ist damit, dass diese Krisen über Jahre hinweg anhalten oder systematisch immer wieder von neuem aufflammen.
Es sind keine Konflikte im klassischen Sinne, bei denen sich zwei feindliche Gruppen gegenüberstehen. Vielmehr finden sich in einem solchen Umfeld eine Vielzahl von Akteuren mit diffusen, unklaren Machtbereichen, die gleichzeitig externen Einflüssen unterliegen.
Der Zivilbevölkerung zur Seite stehen
Die Zivilbevölkerung ist das erste Opfer solcher Konfliktsituationen, denn sie wird zur eigentlichen Geisel der verschiedenen Parteien. Menschen in diesen Krisengebieten laufen ständig Gefahr zwischen die Fronten zu geraten, vor plötzlich aufflammenden Kämpfen fliehen zu müssen und vom Nahrungsmittelnachschub abgeschnitten zu werden. Seit dem Ende des Kalten Krieges nimmt diese Art von Konfliktsituation, vor allem in der Form von Bürgerkriegen, ständig zu.
Die in diesem Kontext durchgeführten Einsätze von Ärzte ohne Grenzen gleichen oft stark den 'klassischen' Einsätzen in Kriegsgebieten (Pflege von Verletzten durch medizinisch-chirurgische Teams). Allerdings verschiebt sich der Schwerpunkt immer öfter auf die Hilfe für Flüchtlinge oder Vertriebene (Sicherung der Grundbedürfnisse wie Wasser, Obdach und Nahrung, kurative oder präventive medizinische Hilfe oder wenn nötig Noternährungs-Programme).
Sicherheitsprobleme charakterisieren oft diese Einsätze, was die Teams von Ärzte ohne Grenzen jedoch nicht daran hindert, auch Ausbildungs- und Rehabilitations-Programme zu lancieren, wenn diese möglich und notwendig sind.
Die manchmal langjährige Präsenz von Ärzte ohne Grenzen in betroffenen Gebieten erlaubt es, dank des immer besseren Verständnisses der Situation, manchmal unkonventionelle, immer genauer auf die Bedürfnisse abgestimmte Programme zu implementieren.
