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Flucht und Vertreibung
Weltweit gibt es mehr als 42 Millionen Menschen, die vor Gewalt, Krieg oder Unterdrückung aus ihren Heimatorten geflüchtet sind. Ärzte ohne Grenzen leistet seit über drei Jahrzehnten in Flüchtlingslagern in aller Welt Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene, so etwa im Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, den Palästinensischen Gebieten, in Kolumbien, dem Tschad oder der Zentralafrikanischen Republik.
Als Flüchtlinge gelten flüchtende Menschen, die Landesgrenzen überschreiten und sich beispielsweise im Nachbarstaat in Lagern aufhalten. Diese Flüchtlingslager unterstehen der Verantwortung des Gastlandes, der ihre Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem UNHCR (UN-Flüchtlingshochkommissariat) organisiert. Auch innerhalb von Landesgrenzen Vertriebene – auch als Binnenflüchtlinge bezeichnet - finden oft in Lagern Zuflucht.
Für Ärzte ohne Grenzen ist die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene eine wichtige Aufgabe. Außer der medizinischen und sanitären Unterstützung in diesen Lagern lanciert Ärzte ohne Grenzen auch große Sensibilisierungs-Kampagnen über die Lebensbedingungen dieser Menschen. Das ist wichtig, da der Schutz dieser Menschen über die Jahre immer schwächer wird und die zwangsweise Rückführung immer systematischer und häufiger betreiben wird.
Sicherung der Grundbedürfnisse, Gesundheitsversorgung, Ernährungsprogramme und sanitäre Unterstützung
Die erste Intervention in den Flüchtlingslagern besteht in der Sicherung der Grundbedürfnisse. Das heißt die Sicherstellung von genügend Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Obdach (oft einfache Plastikplanen). Sobald diese überlebenswichtigen Grundbedürfnisse gedeckt sind, kann mit dem Aufbau von medizinischen-präventiven und kurativen, sowie von sanitären und ernährungstechnischen Programmen begonnen werden.
Kurative (pflegende, heilende) Unterstützung bedeutet die Errichtung von Einrichtungen wie Feldkliniken und Isolations-Zellen bei Ausbruch von Epidemien, sowie Konsultationsmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene. Nach der epidemiologischen Datenaufnahme gehören präventive Aktionen, wie die Impfung von Kindern gegen Infektionskrankheiten, zu den wichtigsten Handlungen. Bei der Präventionsarbeit wird vor allem gegen die vier größten Ursachen für Kindersterblichkeit angekämpft: Masern, Durchfallerkrankungen, akute Atemwegsinfektionen und Malaria.
Die nutritive Unterstützung (Noternährungs-Programme) hängt vom Grad der festgestellten Unterernährung der Menschen ab. Ärzte ohne Grenzen pflegt in Noternährungs-Zentren stark unterernährte Menschen rund um die Uhr, bei weniger stark unternährten Patienten wird proteinreiche Aufbaunahrung verteilt.
Sanitäre Unterstützung heißt Sicherstellung des Trinkwassernachschubes (Zuführung, Einrichtung von Wassertanks und Trinkwasserverteil-Stellen). In diesen Arbeitsbereich fällt aber auch das Ausheben von Abwassergräben zur Abführung von dreckigem Wasser sowie der Bau von Latrinen.
Links
Mehr Informationen zum Thema Flucht sowie zur Hilfe von Ärzte ohne Grenzen für Flüchtlinge:
www.aerzte-ohne-grenzen.at/flucht
