A preventable fate: The failure of ART scale-up in Myanmar
Geschätzte 240.000 Menschen in Myanmar leben mit HIV/Aids. 76.000 von ihnen benötigen dringend eine antiretrovirale Behandlung, aber nur weniger als 20 Prozent erhalten diese tatsächlich. "Vergangenes Jahr starben zirka 25.000 Menschen an Krankheiten im Zusammenhang mit Aids. Eine ähnliche Zahl müssen wir für 2008 erwarten, wenn es nicht schnell zu einer Verbesserung im Zugang zur Behandlung kommt", erklärt Joe Belliveau, Einsatzverantwortlicher von Ärzte ohne Grenzen.
Gegenwärtig wird der Großteil der in dem Land verfügbaren ART (für mehr als 11.000 Patienten) von Ärzte ohne Grenzen bereitgestellt, während die Regierung von Myanmar und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) abseits von Ärzte ohne Grenzen in dieser Hinsicht relativ wenig tun. "Es ist inakzeptabel, dass eine einzige NGO die große Mehrheit aller HIV-Patienten in einer Krise dieses Ausmaßes behandeln muss. Es ist inakzeptabel, weil es völlig unzureichend ist. Wir können dem Bedarf alleine nicht gerecht werden. Deswegen fordern wir jene, die das könnten, dazu auf, Verantwortung zu übernehmen", so Belliveau. An die Grenzen der eigenen Möglichkeiten gelangt, musste Ärzte ohne Grenzen kürzlich die Zahl der neuen Patienten drastisch zu reduzieren. Eine schmerzliche Entscheidung, denn da es in Myanmar kaum andere Akteure gibt, die ART bereitstellen, können die meisten neuen Patienten heute nicht woanders hin zur Behandlung überwiesen werden. Einsatzverantwortlicher Belliveau: "Angesichts des derart großen nicht gedeckten Bedarfs fordern wir alle Akteure, allen voran die Regierung, dringend dazu auf, die Bereitstellung von ART auszudehnen."
Die Notwendigkeit das Behandlungsangebot auszuweiten ist offensichtlich. Dennoch herrscht ein Mangel an Investitionen innerhalb wie außerhalb des Landes. Im Jahr 2007 gab die Regierung von Myanmar nur 0.7 US Dollar pro Einwohner für Gesundheitsversorgung aus, für 2008 wurden dürftige 200.000 US Dollar für den Kampf gegen HIV/Aids bereitgestellt. Diese Summe steht in scharfem Kontrast zum Bedarf. Die Regierung von Myanmar hat bewiesen, dass HIV/Aids-Patienten im öffentlichen Gesundheitssektor behandelt werden können. Nun muss sie auch die notwendigen Mittel bereitstellen, um das unzureichende Behandlungsangebot auszudehnen.
Den detaillierten Bericht "A preventable fate: The failure of ART scale-up in Myanmar" finden Sie als PDF rechts unter "Downloads".

