Ärzte ohne Grenzen erreicht die vom Beben betroffenen Gebiete Chinas
Zwei Tage nach dem heftigen Erdbeben in der Provinz Sezuan im Südwesten Chinas liegt die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben bei etwa 15.000; Tausende Menschen sind nach wie vor unter den Trümmern der zusammengestürzten Gebäude begraben.
Zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) sind heute in Sezuan angekommen und haben in den Bezirken An Xian und Beichuan, etwa 110 und 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu, damit begonnen, den dringendsten Bedarf an medizinischer Hilfe zu erheben. Diese erste Evaluierung zeigt einen dringenden Bedarf an Unterkünften, Trinkwasser und medizinischem Material. Die meisten Apotheken in der Region wurden durch das Beben zerstört, wodurch es zu einem dramatischen Mangel an Medikamenten kommt. Im Bezirk Beichuan allein waren über 5.000 Tote und 10.000 Vermisste gemeldet.
Ein weiteres MSF-Team hat Pengzhou erreicht, ein anderes betroffenes Gebiet, etwa 40 Kilometer nördlich von Chengdu. Hunderte Verletzte in zwei Städten in den benachbarten Longmen Bergen wurden in die lokalen Gesundheitsstrukturen überstellt. Auch in Pengzhou fehlt es an Unterkünften, Medikamenten und medizinischem Material.
Ärzte ohne Grenzen prüft außerdem die lokale Verfügbarkeit von Hilfsgütern wie Decken, Wasserkanistern, Plastikplanen und Chlor zur Wasserdesinfektion.
Ärzte ohne Grenzen wird die Evaluierungen fortsetzen und die Teams vor Ort verstärken, um möglichst schnell auf die Bedürfnisse der Betroffenen reagieren zu können.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1988 in China. Zum Zeitpunkt des Erdbebens waren Mitarbeiter in Nanning in der autonomen Region Guangxi Zhuang präsent, wo Ärzte ohne Grenzen seit 2003 ein HIV/Aids-Behandlungsprogramm betreibt. Anfang 2008 wurde ein anderes HIV/Aids-Programm in Xiangfan in der Provinz Hubei an die chinesischen Behörden übergeben.
Spenden für China: Ärzte ohne Grenzen hat seinen Einsatz für die Erdbebenopfer bereits zur Gänze mit Spenden finanziert. Bitte spenden Sie daher nicht mehr mit Kennwort "China". Wenn Sie statt dessen mit dem Kennwort "Notfall-Fonds" spenden, kommt Ihre Unterstützung den Opfern der nächsten Katastrophe zugute. Vielen Dank.
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