Wednesday, 8. February 2012 | 16:16 CET

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© MSF/Kris TorgesonWartezimmer im Redemption-Krankenhaus, bei den Liberianern kurz "REBA" genannt.
Veröffentlicht am 18.09.2003
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Ärzte ohne Grenzen fordert Schutz und Hilfe für Vertriebene

Nachdem Ärzte ohne Grenzen während der schweren Kämpfe im Juni und Juli 2003 in Monrovia fast ausschließlich in zwei Notkliniken auf dem Gelände der Organisation arbeiten konnte, werden die Aktivitäten nun ausgeweitet. Hunderttausende Liberianer sind aber noch immer von Kämpfen bedroht.

Zusammenfassung der Aktivitäten

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben in verschiedenen Stadtteilen der liberianischen Hauptstadt die Arbeit in Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Cholerastationen wieder aufgenommen. In den Vertriebenenlagern im nordöstlichen gelegenen Bong County versorgt Ärzte ohne Grenzen etwa 60.000 Vertriebene und betreut unterernährte Kinder. Erst kürzlich kam es dort erneut zu Kämpfen, vor denen 50.000 Menschen fliehen mussten. Ärzte ohne Grenzen fordert Schutz und Hilfe für die Vertriebenen und macht darauf aufmerksam, dass in Liberia trotz des Friedensabkommens noch kein Frieden herrscht. Die Teams der Organisation versuchen auch in anderen Landesteilen die Arbeit aufzunehmen bzw. führen Erkundungsfahrten durch.

Die Aktivitäten im Detail

In Monrovia betreibt Ärzte ohne Grenzen zwei Notkliniken im Stadteil Mamba Point. Die Teams arbeiten auch im größten öffentlichen Krankenhaus der Stadt, dem Redemption-Hospital. Zudem konnte das Island-Hospital wieder eröffnet werden, und das Benson-Hospital wird gegenwärtig in Stand gesetzt. Darüber hinaus behandeln die Mitarbeiter in elf Gesundheitszentren in verschiedenen Stadtteilen täglich rund 1.500 bis 2.000 Patienten ambulant und versorgen unterernährte Kinder in zwei Ernährungszentren.

 

Im Samuel-Doe-Stadion in Monrovia leben rund 25.000 Vertriebene. Ärzte ohne Grenzen führt dort wöchentlich 1.500 Konsultationen durch und versorgt die Menschen medizinisch in einem Gesundheitszentrum. Nicht nur im Samuel-Doe-Stadion, sondern auch im JFK-Krankenhaus und am UN-Drive hat Ärzte ohne Grenzen Cholera-Stationen errichtet. Insgesamt können dort fast 500 Patienten stationär versorgt werden. Außerdem bringen Tanklastwagen täglich etwa 120.000 Liter Wasser dorthin.

 

Im Rahmen einer Impfkampagne wurden in den vergangenen zwei Wochen über 7.000 Kinder aus Vertriebenenfamilien gegen Masern geimpft.

 

Wasserversorgung: Tanklastwagen fahren etwa 100.000 Liter Wasser pro Tag in verschiedene Vertriebenenunterkünfte.

 

In den Vertriebenenlagern der nordöstlich gelegenen Region Bong kümmern sich Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen um die medizinische Versorgung von etwa 60.000 Menschen. In drei Gesundheitszentren werden rund 4.000 Behandlungen pro Woche durchgeführt, außerdem stehen in Maimu 30 Betten zur stationären Betreuung zur Verfügung. Im Rahmen eines speziellen Ernährungsprogramms werden unternährte Kinder versorgt. In den Lagern in Maimu und Salala stellt Ärzte ohne Grenzen außerdem 140.000 Liter pro Woche zur Verfügung und errichtet Latrinen.

 

Erkundungstouren: Nachdem sich die Sicherheitslage etwas beruhigt hat, werden nun Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen die außerhalb der Hauptstadt gelegenen Distrikte Grand Cape Mount, Gbarpolu, Grand Gedeh, Margibi, Nimba und Lofa besuchen und sich ein Bild über den Gesundheitszustand der Menschen dort machen. Sie haben größtenteils keinen Zugang zu einer Gesundheitsversorgung.

 

Versorgung außerhalb Monrovias: In Montserrado, Bomi und Grand Bassa konnte mit der Arbeit bereits begonnen werden. So ist Ärzte ohne Grenzen jetzt vor Ort in Buchanan (Grand Bassa), der zweitgrößten Stadt Liberias. Dort wurde mit dem Aufbau eines Ernährungszentrums begonnen. Auch in drei Vertriebenenlagern in Montserrado County (Plumcor, Rick"s und Seghbe) wurden Gesundheitszentren wieder eröffnet. In Tubmanburg in Bomi County sind mobile Teams unterwegs, um Sprechstunden durchzuführen.

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