Ärzte ohne Grenzen hilft nach Choleraausbruch
Nach einem neuen Choleraausbruch in der Hauptstadt Burundis, Bujumbura, hat Ärzte ohne Grenzen eine spezielle Behandlungseinheit für Patienten mit der schweren Durchfallerkrankung eröffnet. Das Zentrum bietet Platz für 80 Kranke, die von zwölf Krankenschwestern betreut werden. Die meisten Patienten stammen aus Kamenge, einem der ärmsten Stadtteile. Dort ist die Organisation seit 1995 in einem Gesundheits- und Ernährungszentrum aktiv, zu dem auch die Cholera-Einheit gehört.
Das Gesundheitsministerium hatte am vergangenen Montag den Ausbruch einer Cholera-Epidemie verkündet und berichtet, dass in den Tagen zuvor 66 Fälle der Infektionskrankheit in zwei Krankenhäusern gezählt worden waren. "Die Anzahl der Kranken steigt weiterhin", sagt Landeskoordinator Fabio Pompetti von Ärzte ohne Grenzen. Seit Montag kamen laut Pompetti noch 42 neue Fälle hinzu.
Zugang zu einer kostenlosen Behandlung ist überlebenswichtig
Die Behörden starteten eine Informationskampagne und desinfizieren die Gegend mit einem chlorhaltigen Spray, um die Cholera auslösenden Bakterien abzutöten. Alle Patienten sollen von den Krankenhäusern in das Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen verlegt werden, um eine weitere Verbreitung der Krankheit zu vermeiden.
"In den ersten Tagen starben drei Menschen zu Hause, weil sie sich die 3,50 Euro Aufnahmegebühr für das Krankenhaus nicht leisten konnten", erläutert Pompetti weiter. Erst seit dem das Gesundheitsministerium den Ausbruch der Epidemie verkündete, sei ein kostenloser Zugang zur Behandlung möglich geworden. "Aber für diese armen Familien war es zu spät. Dies zeigt wieder einmal, dass der fehlende Zugang zu medizinischer Hilfe in Burundi wirklich ein besorgniserregendes Problem darstellt."
Ärzte ohne Grenzen hilft regelmäßig bei Choleraausbrüchen
Cholera wird durch Vibrionen in verunreinigtem Trinkwasser und Nahrungsmitteln übertragen. Das Gift dieser Bakterien entzieht den menschlichen Zellen Wasser und die Patienten leiden an heftigem Durchfall. Wird die Infektionskrankheit früh erkannt, kann sie mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr über einen Tropf behandelt werden. Dafür sind im Durchschnitt acht bis zehn Liter am Tag nötig. Innerhalb von 48 Stunden geht es den Patienten meist besser. Ist die Gabe von Flüssigkeit nicht möglich, so ist Cholera lebensbedrohlich. Viele Menschen sterben in Afrika daran.
In Burundi kommt es regelmäßig zu Cholera-Ausbrüchen. Vor allem in armen Gegenden mit katastrophalen hygienischen Verhältnissen und einem Mangel an sauberem Trinkwasser tritt die Krankheit immer wieder auf. Die Cholera-Einheit in Kamenge gibt es schon mehrere Jahre. Sie war zuletzt nicht benutzt worden und wurde nun wiedereröffnet. Im Juni 2004 behandelte Ärzte ohne Grenzen 200 Cholera-Patienten in der Provinz Cibitoke.

