Tuesday, 22. May 2012 | 21:01 CEST

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© Reuters/Daniel LeClair, courtesy www.alertnet.org
Veröffentlicht am 12.10.2005
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Ärzte ohne Grenzen hilft Opfern des Tropensturms Stan

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat auf dem Luftweg die Stadt Coatepeque im Osten Guatemalas erreicht, wo der Tropensturm Stan bedeutende Schäden angerichtet hat. Die Zahl der Opfer ist immer noch schwer abzuschätzen. Viele Dörfer an der Pazifikküste sind weiterhin von der Umwelt abgeschnitten. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen werden Helikopter einsetzen, um die Menschen in größter Not möglichst schnell zu erreichen.

Nach dem Durchzug des Tropensturms Stan wurden die Pazifikküste Guatemalas und die Bergregionen im Westen des Landes von sintflutartigen Regengüssen heimgesucht. Praktisch überall im Land führte dies zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Mehrere hundert Menschen starben, andere werden vermisst. Es regnet immer noch. Mehrere Städte und Dörfer sind vom Rest des Landes abgeschnitten. Rettungsteams bemühen sich, die isolierten Gebiete zu erreichen.

Einsatz in Coatepeque und Bedarfsabklärung in der Küstenregion

Ärzte ohne Grenzen arbeitete schon vorher in Coatepeque, einer Stadt im westlich gelegenen Bezirk Quetzaltenango, die in einer besonders stark betroffenen Region liegt. Ärzte ohne Grenzen hat schon bei Beginn der Regenfälle zusammen mit dem Pflegepersonal des Spitals die medizinische Versorgung organisiert. 11.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in rund 40 Notunterkünften untergebracht.



Sobald das einheimische Personal die medizinische Versorgung garantieren konnte, hat sich das Team von Ärzte ohne Grenzen dafür eingesetzt, die Bedingungen zu verbessern, unter denen die Vertriebenen untergebracht sind. So wurde entschieden, aus der Hauptstadt per Lastwagen Material für Logistik (Planen, Zelte, usw.) sowie Trinkwasserversorgung und Hygiene (Wassertanks, Chlor, usw.) zu bringen. Der Konvoi wird in Coatepeque eintreffen, sobald die Strasse wieder befahrbar ist. Im Moment ist die Stadt wegen einer Schlammlawine noch vom Rest des Landes abgeschnitten.



Ein Arzt und ein Logistiker von Ärzte ohne Grenzen sind in der Küstenregion eingetroffen, wo Regen und Überschwemmungen enorme Verwüstungen angerichtet haben. Im Dorf Ocos sind von den insgesamt 5.000 Einwohnern über 2.000 obdachlos geworden, da übertretende Flüsse ihre Häuser weggespült haben. Es gibt weder Trinkwasser noch Medikamente im Gesundheitszentrum. In dieser Gegend treten Dengue- und Malariaepidemien sowie Durchfallerkrankungen häufig auf.



Am dringendsten ist es jetzt, Wassertanks zu installieren, um sauberes Trinkwasser abgeben zu können. Ein entsprechend spezialisiertes Team ist unterwegs. Ärzte ohne Grenzen wird auch Medikamente liefern. Angesichts des Ausmasses der Zerstörungen zieht Ärzte ohne Grenzen außerdem bereits in Betracht, zusammen mit lokalen Organisationen Nahrungsmittelverteilungen vorzunehmen.



Viele in der Nähe der Küste gelegenen Dörfer sind immer noch von der Umwelt abgeschlossen. Die Brücken sind eingestürzt, und auf der Küstenstrasse nach Malatacan kommt man nicht einmal die 10 Kilometer bis Limones. Der Helikopter bleibt das einzige Transportmittel um Menschen zu erreichen, die nach der Katastrophe dringend Hilfe benötigen, aber immer noch darauf warten.

Eine Karte mit den Einsatzgebieten von Ärzte ohne Grenzen finden Sie hier.

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