Tuesday, 22. May 2012 | 21:02 CEST

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Conakry/Guinea, August 2007: Cholera-Behandlungszentrum
Veröffentlicht am 28.08.2007
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Ärzte ohne Grenzen kämpft erneut gegen die Cholera

Cholera, die in Westafrika endemisch ist, tritt zur Zeit in Guinea auf. Die Regenzeit, die Ende Mai begonnen hat, begünstigt die rasche Ausbreitung der Krankheit, insbesondere in der Hauptstadt Conakry. Da die Zahl der Fälle rasch steigt, baut Ärzte ohne Grenzen die Unterstützung der Gesundheitsdienste in der Hauptstadt aus.

Der Spruch, nachdem Cholera nur alle sieben Jahre auftritt, stimmt in Conakry nicht mehr. Die Stadt ist derart heruntergekommen, dass das die Krankheit verursachende Bakterium Vibrio cholerae jedes Jahr einen günstigen Nährboden für seine rasche und todbringende Verbreitung findet. In den meisten Bezirken der Stadt sind die Straßen mit Abfällen übersäht. Überschwappende Latrinen, die sich zu nahe an den Wasserstellen befinden, bilden eine ungesunde Umgebung, die das Befolgen hygienischer Maßnahmen keineswegs begünstigt. In dieser Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohnern, die sich über eine schmale Halbinsel ausbreitet, erkranken die Menschen an weit auseinaderliegenden Orten, was die Aufnahme in die Behandlungszentren nicht vereinfacht.

Steigende Zahl der Erkrankungen

Seit Januar dieses Jahres wurden im ganzen Land knapp 2.500 Cholerafälle registriert, die knapp 90 Todesopfer forderten. Ärzte ohne Grenzen hat Ende Juni auf die wachsende Zahl der Fälle und die begrenzte Pflegekapazität der Gesundheitseinrichtungen der Hauptstadt reagiert. Zuerst wurde das Donka-Spital medizinisch unterstützt, im August wurden zusätzlich zwei Behandlungszentren in den dicht bevölkerten Gemeinden Ratoma und Matoto eingerichtet.

"Die Zahl der Erkrankungen in Conakry ist seit Ende Juli deutlich gestiegen", erklärt Sergio Marin Estoso, einer der MSF-Programmverantwortlichen in Guinea. "Von den 1.260 Patienten in den von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Zentren wurden über 1.000 Fälle in den letzten drei Wochen gezählt".

Das Gesundheitsministerium hat einen Cholera-Krisenstab einberufen, an dem die vor Ort präsenten Organisationen mitarbeiten, darunter auch Ärzte ohne Grenzen. Im Rahmen des Krisenstabes werden die verschiedenen Einsätze koordiniert, um möglichst wirksam gegen die Krankheit vorgehen zu können.

Unzureichende Vorbereitung auf Epidemie

Auch wenn die notwendigen Einrichtungen heute funktionieren, muss leider festgehalten werden, dass die Vorbereitung auf die Epidemie sowohl im medizinischen als auch im Infrastrukturbereich dieses Jahr noch nicht genügten. "Es ist allgemein bekannt, dass Cholerapatienten ohne raschen Zugang zu Behandlung in grosser Zahl und in kurzer Zeit sterben können", unterstreicht der MSF-Verantwortliche. "Aber auch dieses Jahr hatten sich die Gesundheitseinrichtungen nicht auf die Epidemie vorbereitet."

Das zeigt sich auch durch die ungenügende Bereitstellung von ausgebildetem Pflegepersonal, insbesondere in den Cholerabehandlungszentren des Spitals Donka und von Dadompa (Gemeinde Matoto). "Sollte die Zahl der Kranken wie befürchtet während den nächsten Wochen noch weiter ansteigen, werden die einheimischen Teams bald völlig erschöpft sein. Wir werden deshalb auch im Personalbereich Unterstützung anbieten", ergänzt Caroline Franco, eine der Koordinatorinnen des MSF-Einsatzes.

Lokale Organisationen arbeiten an der Prävention. Sie verteilen eine Chlorlösung und weisen darauf hin, auf das Trinken von sauberem Wasser zu achten und die persönliche Hygiene zu verstärken. Doch Trinkwasser ist immer noch nicht gratis, was die Wirkung dieser Sensibilisierungsmassnahmen beschränkt.

"Aufgrund der hygienischen Zustände in Guinea muss erwartet werden, dass das Land auch in Zukunft mit ähnlichen Epidemien konfrontiert wird. Es ist daher äußerst wichtig, dass die Gesundheitsbehörden sich in Zukunft besser auf die Pflege der Kranken vorbereiten. Diese Vorbereitung könnte viele Menschenleben retten", schließt Esteso.

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