Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Nothilfe in abgelegenen Bergdörfern
Nach dem Erdbeben im Südiran am 22. Februar 2005 unterstützt Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung der am stärksten betroffenen Bergdörfer mit medizinischer Versorgung und Hilfsgütern. Die Hilfe richtet sich an rund 3.000 Menschen. Eis und Schnee in der Gebirgsregion drohen den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verschärfen. Das Beben hatte sich vor einer Woche in dem Gebiet um die südiranische Stadt Zarand ereignet.
In Kooperation mit den lokalen Gesundheitsbehörden arbeitet ein Team von Ärzte ohne Grenzen in der Klinik von Hotkan. Das Bergdorf mit rund hundert Familien liegt nahe dem Epizentrum des Erdbebens und wurde fast komplett zerstört. Ein Arzt und eine Krankenschwester behandeln dort seit 25. Februar täglich etwa 50 Patienten. Ein zweites Team, das ebenfalls aus einem Arzt und einer Krankenschwester besteht, fährt von Hotkan aus mit mobilen Kliniken in weitere betroffene Ortschaften. Darunter sind die rund 30 Autominuten entfernten Dörfer Bebgohar und Sarbagh. Außerdem wird Ärzte ohne Grenzen zusammen mit dem Iranischen Roten Halbmond Hilfsgüter an die Bevölkerung verteilen.
2 Tonnen Hilfsmaterial in kürzester Zeit vor Ort
Die für den Einsatz notwendigen Hilfsgüter – zwei Tonnen Medikamente sowie medizinisches und logistisches Material – konnten in kürzester Zeit an den Unglücksort gebracht werden. Sie stammen aus Teheran sowie aus zwei Projekten von Ärzte ohne Grenzen in Mashhad, im Nordosten des Landes, und aus Zahedan, im Südosten. In Mashhad und Zahedan führt Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfsprogramme für afghanische Flüchtlinge durch.
Nach dem Erdbeben in der Stadt Bam im Dezember 2003 war medizinisches und logistisches Hilfsmaterial in Teheran und den beiden Projektstandorten bereitgestellt worden, um auf weitere Notfälle schnell reagieren zu können.

