Tuesday, 22. May 2012 | 21:09 CEST

Veröffentlicht am 20.08.2008
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Ärzte ohne Grenzen versorgt Vertriebene in Georgien und bemüht sich weiter um Zugang nach Südossetien

Die Kämpfe in und um die abtrünnige georgische Region Südossetien haben sich beruhigt und die kriegsführenden Parteien haben einen Waffenstillstand geschlossen. Der kurze, gewaltsame Konflikt hat jedoch viele Menschen in Georgien, Südossetien und der nördlichen russischen Kaukasusregion vertrieben. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind in und um die georgischen Städte Tiflis und Gori aktiv. Bemühungen auch nach Südossetien zu gelangen, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu untersuchen und medizinische und humanitäre Hilfe anzubieten, blieben bislang erfolglos. Ärzte ohne Grenzen verhandelt aber weiter mit den Behörden über einen ungehinderten Zugang zu dieser Region, in der der Konflikt ausgebrochen war.

In den vergangenen drei Tagen haben sich Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen ein Bild von der Situation der Vertriebenen in den Lagern in und um die georgischen Städte Tiflis und Gori gemacht. In der Nähe der beiden Städte sind insgesamt 20 Lager entstanden. Die Mitarbeiter haben bis jetzt zehn der Lager besucht. Hunderte Menschen leben dort in öffentlichen Gebäuden ohne ausreichende Wasser- und Sanitärversorgung. Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen bieten in acht Lagern Hilfsgüter und medizinische Versorgung für mehr als 3.200 Vertriebene an. Die Teams werden auch weitere Lager in der Region besuchen.

Auch in der westgeorgischen Stadt Zugdidi sind Teams aktiv, die außerdem Untersuchungen in der Hafenstadt Poti und in der Küstenregion Adjaria durchgeführt haben. Die dortigen Gesundheitsbehörden sind der Situation nach Einschätzung des Teams gewachsen. Die Mitarbeiter halten sich aber bereit, falls nötig Hilfe zu leisten.

Die Programme von Ärzte ohne Grenzen für Patienten mit multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) in Sukhumi (Abchasien) und Zugdidi (Westgeorgien) laufen in der Zwischenzeit weiter. Das Team ist jedoch beunruhigt, dass einige Patienten in Zugdidi gezwungen waren, ihre Behandlung während des gewaltsamen Konfliktes zu unterbrechen, was sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. Da MDR-TB eine hochansteckende Krankheit ist, ist die Unterbrechung der Behandlung außerdem ein Risiko für andere.

Ärzte ohne Grenzen verteilt Hygieneartikel und Spielsachen

Tausende Bewohner Südossetiens sind vor der Gewalt über die Grenze nach Russland geflohen. Lokale russische Behörden haben sie in Regionen untergebracht, die an Südossetien grenzen. Ärzte ohne Grenzen hat mehrere Flüchtlingslager besucht, die in Schulen und Sanatorien in den Regionen Nordossetien und Kabardino-Balkaria entstanden sind. Die dringendsten Bedürfnisse der Flüchtlinge werden jedoch von den lokalen Behörden und den stark involvierten Gemeinden gedeckt.

In der Stadt Nalchik (Kabardino-Balkarien) hat Ärzte ohne Grenzen in zwei Lagern Hygieneartikel und Spielsachen verteilt. 350 Menschen haben dort Zuflucht gefunden, unter ihnen etwa 200 Kinder. Die Teams halten sich bereit, darüber hinausgehende Hilfe zu leisten.

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