Tuesday, 22. May 2012 | 21:09 CEST

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Notlager für Überlebende des Zyklon Nargis.Foto: Michel Peremans / MSF
Veröffentlicht am 09.07.2008
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Ärzte ohne Grenzen verstärkt psychologische Hilfe in Myanmar

Während die Schlagzeilen aus den Medien verschwinden, bleibt auch zwei Monate nachdem der Zyklon Nargis Teile Myanmars verwüstet hat die Not Tausender Überlebender überwältigend groß. Obwohl Hilfe ins Land gelangt, sind immer noch Tausende in der Delta-Region ohne ausreichende Unterstützung. In einigen Regionen haben bis zu 30 Prozent der Patienten von Ärzte ohne Grenzen mentale Probleme, verursacht durch den Stress und die Trauer über den Verlust ihrer Angehörigen. Ärzte ohne Grenzen ist sehr besorgt über den psychischen Zustand der Überlebenden. Die Teams konzentrieren sich nun darauf, die Menschen psychologisch zu unterstützen.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen sehen viele Menschen mit schweren Depressionen und Leiden wie Lethargie, Beklemmungen, Schlafproblemen, Herzklopfen und anderen körperlichen Beschwerden. Die Überlebenden versuchen mit dem Trauma umzugehen, dass sie Familie, Angehörige und Freunde vor ihren eigenen Augen verloren haben. Viele können nicht schlafen. In der Nacht sehen sie beispielsweise die Gesichter und Hände derjenigen, die sie während des Zyklons loslassen mussten - die sie nicht retten konnten.

Aber die Menschen betrauern nicht nur den Verlust ihrer Freunde und Familienmitglieder, sondern sind auch zutiefst in Sorge vor ihrer Zukunft. Sie haben ihre Existenz verloren, viele haben kein Saatgut oder eine dauerhafte Unterkunft. Ärzte ohne Grenzen reagiert auf die Traumata der Menschen mit einem psycho-sozialen Programm, das in den Notfallschutz integriert wird. Die Teams wollen in den kommenden Wochen ihre Reaktion auf die mentalen Gesundheitsprobleme weiter verstärken.

Mangelernährung bleibt in den abgeschiedenen Regionen ein Problem

Ärzte ohne Grenzen hat das Einzugsgebiet für medizinische Hilfe in der Delta-Region bedeutend erweitert und arbeitet in den Regionen Labutta, Ngapudaw, Bogaley, Setsu und Pyapon. Die Teams konnten bisher mehr als 460.000 Menschen mit ihrer Hilfe erreichen und mehr als 30.000 medizinische Untersuchungen durchführen. Sie behandeln Durchfall, Atemwegserkrankungen, Malaria und Denguefieber. Auch Mangelernährung bleibt in den abgeschiedenen Regionen ein permanentes Problem. Ärzte ohne Grenzen versorgt die am meisten gefährdeten Gruppen, wie Kinder unter fünf Jahren und schwangere und stillende Frauen mit ergänzender Nahrung.

Im Moment gibt es keine Berichte über Ausbrüche von Krankheiten und Epidemien. Die mögliche Bedrohung von zukünftigen Ausbrüchen bleibt aber bestehen. Viele Krankheiten einschließlich Malaria und Deguefieber sind in Myanmar endemisch und im Moment ist Saison für diese Krankheiten. Wenn die heftigen Regenfälle bleiben und Menschen weiter der Zugang zu Nahrung, Unterkünften oder sauberem Wasser fehlt, ist ihre Anfälligkeit für diese Krankheiten groß.

Die Wasser- und Sanitärversorgung bleiben ein zentrales Problem im Delta. Ärzte ohne Grenzen saniert Wasserquellen, reinigt Teiche und baut Brunnen wieder auf. Die Teams haben außerdem mehr als 130.000 Container mit Wasser, mehr als 2.500 Tonnen Reis und mehr als 180.000 Plastikplanen verteilt. Momentan arbeiten mehr als 310 Mitarbeiter für die Nothilfe nach dem Zyklon - mehr als 270 von ihnen im Delta.

Stundenlange Fußmärsche bis in abgelegene Regionen

Obwohl Ärzte ohne Grenzen vollständigen Zugang zum Delta hat, ist es eine große Herausforderung, dort Hilfe zu leisten. Die Regenzeit erschwert die Probleme der Überlebenden in vielerlei Hinsicht. Bootführer zögern, bei schlechtem Wetter zu fahren und die abgelegenen Regionen können nur mit kleinen Booten oder nach stundenlangen Fußmärschen erreicht werden.

Die Feuchtigkeit und das schlechte Wetter vergrößern die Wahrscheinlichkeit, insbesondere an Atemwegsinfekten zu erkranken. Bisher sind davon und von Durchfallerkrankungen jeweils rund 12 Prozent der Patienten betroffen. Auch treiben immer noch Leichen im Wasser, die der Regen an die Oberfläche geschwemmt hat. Sie sind eine erschreckende Erinnerung an die Katastrophe.

Für den Einsatz in Myanmar (Burma) hat Ärzte ohne Grenzen Österreich sofort 100.000 Euro für die ersten Hilfsmaßnahmen bereit gestellt. Dank zahlreicher Spenden ist die Hilfe in Myanmar nun gesichert. Wir bitten Sie heute, Ihre Spende allgemein für den Notfall-Fonds zu machen!

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