Tuesday, 22. May 2012 | 21:09 CEST

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Georgien 2007: Tuberkulose-Programm von Ärzte ohne Grenzen in Zugdidi Nach dem Ausbruch von Kämpfen weitet Ärzte ohne Grenzen derzeit die bestehenden Hilfsprogramme in Georgien aus.Foto: © Jean-Marc Giboux
Veröffentlicht am 12.08.2008
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Ärzte ohne Grenzen verstärkt Teams in Georgien nach Ausbruch von Kampfhandlungen in Südossetien

Nach dem Gewaltausbruch in der abtrünnigen georgischen Region Südossetien ist Ärzte ohne Grenzen über die Situation Tausender vor dem Konflikt geflohener Menschen besorgt und hat Hilfsteams nach Nordossetien entsendet. Die Organisation unterhält in Georgien und der abtrünnigen Region Abchasien seit Jahren Programme zur Behandlung von multiresistenter Tuberkulose. Ärzte ohne Grenzen ist alarmiert darüber, dass diese Programme möglicherweise unterbrochen werden müssen. Mitarbeiter der Organisation werden zudem versuchen, Zugang nach Südossetien zu bekommen, was bislang unmöglich ist.

Zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen sind in Nordossetien nördlich der russischen Grenze eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild über die Lage der Flüchtlinge zu machen. Dort wurde der größte Ansturm von Flüchtlingen aus Südossetien erwartet. Obwohl es schwierig ist, genaue Zahlen zu erheben, fliehen offensichtlich viele Menschen aus der Konfliktregion in Richtung der russischen Provinz Nordossetien, aber auch in Richtung anderer Regionen Georgiens.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen sind darauf vorbereitet, Personal, medizinische Materialien und Medikamente sowie Hilfsgüter bereitzustellen. Derzeit scheinen die Bedürfnisse jener Menschen, die nach Nordossetien geflohen sind, durch die russischen Gesundheitsbehörden und die Nothilfeorganisation Emercom abgedeckt zu werden.

Unterstützung für georgische Krankenhäuser und erste Erkundungen

Das Team von Ärzte ohne Grenzen in der georgischen Hauptstadt Tiflis wird einige Krankenhäuser des Landes unterstützen. Geplant ist, in Zusammenarbeit mit den georgischen Gesundheitsbehörden Medikamente für Patienten bereitzustellen, die Verletzungen und Verbrennungen davongetragen haben. Bislang wurden in den verschiedenen Regionen Georgiens fast 1.200 verletzte Patienten in Krankenhäusern aufgenommen. Sie werden überwiegend von georgischen Ärzten versorgt.

Am Mittwoch plant Ärzte ohne Grenzen, in den in Tiflis und Umgebung gelegenen Vertriebenenlagern Erkundungen durchzuführen. Es gibt acht Camps, von denen drei in der Stadt und fünf im Umland liegen – in ihnen sind jeweils einige Hundert Vertriebene untergebracht.

Sorge um Patienten mit multiresistenter Tuberkulose

Unsere Teams sind sehr besorgt, ob die Behandlung von Patienten mit multiresistenterer Tuberkulose (MDR-TB) in den Programmen in Georgien und der abtrünnigen Region Abchasien weiter gewährleistet werden kann. Eine Unterbrechung der Versorgung der Patienten kann schwerwiegende Folgen für ihre Gesundheit haben, selbst wenn die Behandlung nur für einige Tage unterbrochen wird.

Zurzeit ist die Behandlung der Patienten in den Programmen noch gewährleistet. In Soukhoumi (Abchasien) versorgen die Teams 80 Patienten in einem Krankenhaus und in sieben mobilen Kliniken. Im Tuberkulose-Projekt in Zougdidi (Georgien) sind 120 Patienten in Behandlung. Die internationalen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurden aus der Stadt evakuiert, so dass unsere lokalen Kollegen für die Aufrechterhaltung der Hilfe sorgen. Die Teams in Soukhoumi und Zougdidi haben noch Medikamentenvorräte für zwei Wochen, um multiresistente Tuberkulose angemessen behandeln zu können.

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