Tuesday, 22. May 2012 | 21:15 CEST

Veröffentlicht am 05.10.2004
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Alles rund um die Hilfe für "Vergessene Länder"

Eine von Ärzte ohne Grenzen Anfang 2004 in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt: Einige der weltweit ärmsten Länder (u.a. Bangladesch, Malawi oder Inguschetien) kommen in Österreichs Printmedien praktisch nicht vor. Dabei sind gerade diese Länder besonders stark von Katastrophen – Krankheit, Hunger, Flüchtlingselend, Krieg – betroffen. Befürchtete Folge: Das Wissen über Leben und Leiden in weiten Teilen der Welt wird in Österreich immer geringer.

Tod durch Vergessen

Um dem entgegenzuwirken, startet Ärzte ohne Grenzen zehn Jahre nach der Gründung der österreichischen Sektion eine breit angelegte Informationskampagne - an den Schulen, in den Medien und auf den Straßen. "Vergessene Katastrophen sind die katastrophalsten" lautet die Botschaft der Kampagne, mit der Ärzte ohne Grenzen die weißen Flecken auf der Weltkarte in die Erinnerung zurückrufen will.

Eindrucksvolle Bilder - Grabdenkmäler aus den unterschiedlichen Kulturen, die für den "Tod durch Vergessen" stehen - sollen das Bewusstsein schärfen und zum Spenden motivieren.

Mit einem Kreativ-Wettbewerb an Österreichs Schulen und einem Jung-ReporterInnen-Wettbewerb (in Kooperation mit Reporter ohne Grenzen) setzt Ärzte ohne Grenzen auf das Engagement der Jugend: Die neu gestartete Jugendaktion "Break the Silence" soll Jugendliche dazu anregen, sich auf kreative und eigenständige Art und Weise mit den Menschen und dem Leben in den"vergessenen Ländern" auseinanderzusetzen.

Neue Kampagne für zehn "Vergessene Länder"

Zehn Länder stellt Ärzte ohne Grenzen in den Brennpunkt der Kampagne ? allesamt Einsatzländer von Ärzte ohne Grenzen, die auf der Themenliste in den heimischen Medien ganz weit unten stehen: Bangladesch, Demokratische Republik Kongo, Inguschetien, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Turkmenistan, Mauretanien, Malawi, Burundi und Sierra Leone. Neben dem Mangel an Aufmerksamkeit verbindet die Länder vor allem eines: Unzureichende medizinische Versorgung, hohe Kindersterblichkeit, Hunger und Leid.

Ärzte ohne Grenzen sieht es nicht nur als Aufgabe, den Menschen in diesen Ländern medizinisch zu helfen, sondern will ebenso aufmerksam machen, aufrütteln und aufzeigen, was dort passiert. Viele Menschen in Österreich wissen gar nicht, dass diese Länder überhaupt existieren. Indem sie wissen, was auf der Welt passiert, können Jugendliche zu weltoffenen Menschen heranwachsen, so die Devise.

Ziel: Menschen in den vergessenen Ländern Stimme geben

Die Menschen in diesen Ländern sterben nicht nur an den jeweiligen Katastrophen, sondern auch daran, dass sie vergessen werden. Dies zu ändern ist das Ziel der neuen Kampagne, die auch in diesem Jahr vom langjährigen Partner mobilkom austria unterstützt und von der Werbeagentur FCB Kobza entworfen und umgesetzt wird.

Im Zentrum der Kampagne steht daher ein starkes Key Visual - als Symbol des Vergessens und als aufrüttelnder Aufschrei gegen das daraus resultierende Leid: Grabsteine für jedes der betroffenen Länder mahnen vor dem "Tod durch Vergessen".

Einfache aber eindrucksvolle Bilder bringen die scheinbar ausweglose Lage der Länder und ihrer Bewohner auf den Punkt. Konkrete Hilfe kann allerdings viele Gesichter haben: Daher soll die Botschaft "Vergessene Katastrophen sind die katastrophalsten" sowohl zum Spenden, als auch zur konkreten Auseinandersetzung mit Land, Menschen und Schicksalen motivieren.

"Break the Silence": Kreativ-Wettbewerb für Jugendliche

Nicht zuletzt deshalb ist die Arbeit mit Jugendlichen besonderer Schwerpunkt. Unter dem Titel "Break the Silence" startet Ärzte ohne Grenzen die erste Jugendaktion in Österreich. Ein Kreativ-Wettbewerb soll Jugendliche motivieren, eigene Ideen zu entwickeln und damit öffentlichkeitswirksam auf die humanitäre Situation der Menschen in den ?Vergessenen Ländern? aufmerksam zu machen. "Break the Silence" ist die Antwort auf die ständig wachsenden Anfragen von Jugendlichen und Lehrern, die mehr über humanitäre Hilfe und Ärzte ohne Grenzen erfahren wollen. Die Aktion wird vom Unterrichtsministerium unterstützt und als Teil des Lehrplans empfohlen.

Eine erfolgreiche Partnerschaft

Auch in diesem Jahr wird die Kampagne durch das Sponsoring von mobilkom austria möglich gemacht. mobilkom austria übernimmt somit als Marktführer auch soziale Verantwortung. Die gemeinsamen Ziele von mobilkom austria und Ärzte ohne Grenzen: Effiziente Hilfe dort, wo sie gebraucht wird und grenzenlose Kommunikation - die Basis für wertvolle Synergieeffekte. Daraus hat sich mittlerweile eine authentische und langfristige Partnerschaft entwickelt, die deutlich über reines Sponsoring hinausgeht. mobilkom austria unterstützt Ärzte ohne Grenzen auch mit Infrastruktur, technologischem Know-how und bei innovativen Kommunikationsideen.

Der Erfolg der Partnerschaft wird auch durch die ständige Weiterentwicklung der SMS-Spendenplattform 0664 660 1000 deutlich: Der Spendenaufruf via SMS an über 1,5 Millionen A1 und B-FREE Kunden brachte 2003 mehr als 46.000 Euro an SMS-Spenden. Damit hat sich die Summe im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als verdoppelt  2002 wurden 20.000 Euro an SMS-Spenden eingenommen.

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