Tuesday, 22. May 2012 | 21:16 CEST

Veröffentlicht am 18.09.2008
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Als Hebamme in Mosambik. Ein Einsatzbericht

Seit Mitte Juni bin ich hier in Mosambik als Hebamme in dem Ort Vila Ulongue im Distrikt Angónia an der Grenze zu Malawi tätig. Heute ist es hier relativ friedlich und politisch stabil, aber 15 Jahre Bürgerkrieg bleiben natürlich nicht ohne Folgen. Dazu kommt noch die rasante Ausbreitung der Aids-Epidemie, die eine Entwicklung weiter bremst. In manchen Gegenden ist jede fünfte Person infiziert! Doch HIV muss heutzutage kein Todesurteil mehr sein. Es ist eine chronische Krankheit, aber unter guter Behandlung kann man damit über Jahrzehnte hinweg durchaus ein relativ normales Leben führen.

In bin als Hebamme für Ärzte ohne Grenzen in fünf Kliniken und einem großen Spital tätig, wobei mein Hauptziel ist, die vorhandenen Strukturen mit sämtlichen Komponenten (Schwangerenvorsorge, Geburten, Familieplanung, Kindersprechstunde...) zu verbessern um als direktes Resultat die HIV-Prävention und -Behandlung in den Griff zu bekommen. Jede Neuansteckung ist unnötig und muss vermieden werden, aber wenn es um Kinder geht, die bereits infiziert geboren werden, nur weil ihre Mütter die nötigen Medikamenten nicht bekommen haben, fehlen mir die Worte.

Heute war ich in Lifidzi. Die Schlange an schwangeren Frauen, die auf die Vorsorge warteten, reichte, wie jeden Tag, fast um das halbe Gebäude. Es gibt in Lifidzi drei "Hebammen" (Krankenschwestern mit kurzer Zusatzausbildung) die am Vormittag durchschnittlich 30 bis 40 Schwangere untersuchen, danach noch einmal ca. genauso viele Kinder, dann ist Familienplanungs-Sprechstunde und da sie sich ja auch in Schichten aufteilen müssen, kann es sein, dass die diensthabende Schwester nebenbei auch noch Gebärende im Kreissaal betreut. Ich versuche sie zu unterstützen, indem ich mit ihnen gemeinsam vor Ort arbeite, sie dabei anleite und unterrichte, und wir kompliziertere "Fälle" gemeinsam untersuchen und behandeln. Außerdem versuche ich insgesamt, die Organisation der alltäglichen Arbeit zu verbessern, um besser mit den vorhandenen Ressourcen haushalten zu können...

Ich schaue in die Augen meiner Patientinnen und kann darin sehen, wie zutiefst dankbar sie sind für Dinge, die bei uns als selbstverständlich gelten, wie zum Beispiel der Zugang zu Gesundheitsversorgung. Wir können hier vor Ort vielen Menschen helfen, und Spenden geben uns die Grundlage für unseren täglichen Kampf gegen Krankheit und Not. Leider liegt in Angónia und vielen anderen Orten noch ein weiter Weg vor uns, und deshalb möchte ich Sie bitten, uns auch in Zukunft zu unterstützen um jenen zu helfen, die unsere Hilfe so dringend benötigen.

Mit herzlichen Grüßen aus Angónia,
Caroline Koberg

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