Tuesday, 22. May 2012 | 21:22 CEST

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© MSF/Roelf PadtFlüchtlingslager in Cox Bazar/Bangladesh an der Grenze zu Myanmar (Burma).
Veröffentlicht am 25.09.2003
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Bangladesch will Flüchtlinge zur Rückkehr nach Myanmar zwingen

Mit Schikanen und Einschüchterungen versucht die Regierung von Bangladesch, Tausende von Rohingya-Flüchtlinge zur Rückkehr nach Myanmar (Burma) zu zwingen. Die Menschen fürchten sich vor der Rückkehr, haben aber keine Wahl. Ärzte ohne Grenzen fordert die Regierung und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) auf, die Grundrechte der Flüchtlinge zu respektieren und ihnen das Recht auf freie Entscheidung über die Rückkehr zu garantieren.

Hintergrund

Im Jahr 2002 jährte sich die Flucht der Rohingya aus der Provinz Rakhine in Myanmar (Burma) nach Bangladesch zum zehnten Mal. Zwangsarbeit, Diskriminierung und Gewalt seitens der Regierung von Myanmar haben in den Jahren 1991 und 1992 eine Massenflucht von 250.000 Angehörigen der Rohingya, einer muslimischen Minderheit, ausgelöst. Seit 1992 wurden unter der Koordination des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) etwa 230.000 Flüchtlinge nach Myanmar repatriiert. Nach wie vor leben jedoch mehr als 21.000 Flüchtlinge in zwei Flüchtlingslagern in Cox Bazar, im Süden des Landes. 1992 hatte die Regierung von Bangladesch die Flüchtlinge ursprünglich als "erwünscht" aufgenommen und sie in 20 Flüchtlingslagern angesiedelt. Bedingung war allerdings, dass es sich um einen kurzzeitigen Aufenthalt zu handeln habe. Nach zehn Jahren leben die Rohingyas heute aber weiterhin unter diesen - ursprünglich nur für eine vorübergehende Notaufnahme vorgesehenen - Bedingungen, die völlig unzureichend sind und ihre Gesundheit gefährden.

Erbärmliche Lebensbedingungen

Trotz erbärmlicher Lebensbedingungen wollen die Flüchtlinge nicht nach Myanmar zurückkehren. In den beiden Lagern nahe Cox Bazar, im Südosten Bangladeschs, leben sie auf viel zu engem Raum, es mangelt an Trinkwasser und Lebensmitteln. Sie dürfen weder Nahrungsmittel anbauen noch außerhalb des Lagers arbeiten. 58 Prozent der Kinder waren im letzten Jahr chronisch mangelernährt. Mehr als 550 Beschwerden über Einschüchterungsversuche bis hin zur offenen Gewaltandrohung wurden in den vergangenen Monaten an Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen Rückkehrer als Bürger nicht anerkannt.

In Heimat nicht als Bürger anerkannt

Einigen Berichten zufolge sind Flüchtlinge, die nach Myanmar zurückgekehrt sind, bereits erneut nach Bangladesch geflohen und suchen nunmehr Zuflucht außerhalb der Lager. In ihrer Heimat fürchten sie die anhaltenden Diskriminierungsversuche der Behörden. In Myanmar werden sie nicht als Bürger anerkannt, haben Nahrungsmittelprobleme, müssen willkürliche Steuern zahlen, werden erpresst und dürfen sich nicht frei bewegen.

Ärzte ohne Grenzen appelliert an Regierung und UNHCR

Heute leben noch rund 19.000 Rohingya in den beiden Lagern in Bangladesch. Das Rückführungsprogramm steht unter Aufsicht des UNHCR, doch sind immer wieder Zweifel an der Freiwilligkeit der Rückkehr laut geworden.

Ärzte ohne Grenzen hat elf Jahre lang Basisgesundheits- und Ernährungsprogramme in den Lagern nahe Cox Bazar durchgeführt. Nachdem das Gesundheitsministerium von Bangladesch und der UNHCR kürzlich in beiden Lagern die medizinische Versorgung übernommen haben, zieht sich Ärzte ohne Grenzen nun zurück, appelliert aber an die Regierung Bangladeschs und das UNHCR, unbedingt ihre Verantwortung für den Schutz der Flüchtlinge und die angemessene Gesundheitsversorgung zu garantieren. Jüngste Bemühungen des UNHCR, die Flüchtlinge in den Lagern besser zu schützen, kommen für viele zu spät.

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