Tuesday, 22. May 2012 | 21:23 CEST

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Veröffentlicht am 09.01.2006
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Behandlung von Unterernährung in Mali

Von Berichten über akute Unterernährung im Norden Malis alarmiert, führte Ärzte ohne Grenzen im Juli 2005 in der Stadt Goundam und Umgebung eine Untersuchung durch. Die Stadt liegt rund eine Stunde Autofahrt von Timbuktu entfernt. Nach Erkundung der Situation vor Ort begann im September 2005 die Projektarbeit, bei der ein stationäres und fünf ambulante Ernährungszentren aufgebaut wurden. Insgesamt wurden 5.000 Kinder auf Unterernährung untersucht, von denen 54 schwer unterernährte Kinder stationär und 338 ambulant betreut wurden. Inzwischen wurde das Programm geschlossen und Ärzte ohne Grenzen ging dazu über, das Personal in den Gesundheitszentren fortzubilden, damit dort die Untersuchung auf Unterernährung dauerhaft etabliert werden kann.

Der Fotograf Mickael Therer hat das Projekt von Ärzte ohne Grenzen besucht und kommentiert hier einige seiner 360 Grad-Panorama-Aufnahmen.

 

Das Lager in Goundam

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Die Menschen müssen für eine Behandlung in den Gesundheitszentren von Ärzte ohne Grenzen nicht bezahlen. Dennoch kommen viele Familien erst sehr spät zu einer Untersuchung – darauf angesprochen, weisen sie auf die hohen Reisekosten hin. Zudem ist es für Viele sehr schwierig, ihre Heimatorte zu verlassen, um ein Kind während eines stationären Aufenthalts zu begleiten. Den Arbeitsausfall können sich die Menschen kaum leisten. Daher fahren die Teams in entlegene Dörfer und bringen unterernährte Kinder mit dem Auto in die Ernährungszentren.

Ernährungszentrum zur stationären Behandlung

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Ismaël ist jetzt seit einer Woche hier und erholt sich schnell. Die Kinder stehen Tag und Nacht unter Beobachtung und werden alle drei Stunden gefüttert. Das kleine Mädchen, das allein auf dem Bett liegt, heißt Maya. Ich sehe sie am Tag darauf wieder. Da kann sie bereits wieder allein trinken.

Ernährungszentrum zur stationären Behandlung

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Mamadou ist gerade erst angekommen. Es geht ihm sehr schlecht. Er ist drei oder vier Jahre alt und wiegt nur 5,3 Kilo. Mamadou ist völlig ausgetrocknet und hat eine Lungenentzündung. Meine eigene Tochter, die bald drei Jahre alt wird, wiegt 12 Kilo und gilt als zartes Kind. Während meines Besuchs im Ernährungszentrum äußert sich Doktor Komlan aber optimistisch zu Mamadous Überlebenschancen.

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Wenn es den Kindern besser geht – dies kann nach einer Woche sein, aber auch länger dauern – kommen sie in Raum 2. Das Foto ist eine meiner Lieblingsaufnahmen, denn für mich drückt sich im Lächeln der Mütter Hoffnung aus.

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Um elf Uhr morgens werden die Kinder gebadet. Wasser ist natürlich ein wichtiges Thema in einer solch abgeschiedenen Region, die am Rande der Sahara liegt. Beispielsweise kümmerte sich Ärzte ohne Grenzen sehr schnell um die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser.

Ernährungszentrum zur ambulanten Behandlung

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Montags ist Sprechstunde in diesem Gesundheitszentrum, in dem medizinische Untersuchungen vorgenommen und Nahrungsmittel verteilt werden. Im Bild sind die malischen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen zu sehen, die zusammen mit den ersten Besuchern auf den Beginn der Sprechstunde warten.

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Die Kinder werden einmal in der Woche gewogen, um zu sehen, ob sie zu- oder abgenommen haben. Bei ihrem ersten Besuch messen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen außerdem ihre Körpergröße und – mit einem speziellen, mehrfarbigen Maßband – ihren Armumfang. Grün bedeutet normal ernährt, orange mäßig und rot.

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Kinder werden mittels eines neuen Schnelltests systematisch auf Malaria untersucht. Die Tropenkrankheit ist in Afrika die Haupttodesursache für Kinder unter fünf Jahren – noch vor Aids und Unterernährung.

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Hier gibt es nur wenige Medikamente zur Basisgesundheitsversorgung.

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Hier wird eine spezielle, nährstoffreiche Erdnusspaste verteilt, die die Kinder mit nach Hause bekommen. Die zusätzlichen Nahrungsmittelrationen bestehen aus Getreide, Öl und Zucker für eine siebenköpfige Familie – Durchschnitt in Mali.

Das Lager in Goundam

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In den Vororten von Goundam suchen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen nach unterernährten Kindern. An diesem Nachmittag finden sie drei schwer unterernährte Kinder, die ins Ernährungszentrum gebracht werden.

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