Tuesday, 22. May 2012 | 21:25 CEST

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen senden medizinische Materialien an ein Krankenhaus in Guanghan.Foto: MSF
Veröffentlicht am 19.05.2008
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China: Teams von Ärzte ohne Grenzen verteilen Hilfsgüter in den vom Erdbeben zerstörten Gebieten

Ärzte ohne Grenzen hat den Überlebenden des Erdbebens in Chinas südwestlicher Provinz Sichuan bislang mehr als 210 Tonnen Hilfsgüter und medizinische Unterstützung bereit gestellt. Durch das Beben der Stärke 7,9 wurden Zehntausende Menschen getötet und fast fünf Millionen obdachlos. Die chinesische Regierung hat auf die Katastrophe schnell und umfangreich reagiert. Sie wird durch materielle und finanzielle Hilfe von privaten Bürgern und lokalen Gemeinschaften in China sowie durch Hilfsangebote aus dem Ausland stark unterstützt. Teams von Ärzte ohne Grenzen haben mit dem chinesischen Roten Kreuz und anderen lokalen Gesundheitsbehörden die Bedürfnisse in den betroffenen Gebieten geprüft, die extrem dicht besiedelt sind und fast die Größe von Frankreich haben.

Ärzte ohne Grenzen hat während des Wochenendes weitere Gegenden evaluiert, nachdem Straßen teilweise gereinigt wurden und es nun schrittweise möglich ist, Gebiete in der Nähe des Epizentrums des Bebens zu erreichen. Auch wenn dringend lebensnotwendige Bedürfnisse wie Nahrung, Wasser und Unterkünfte oft schon erfüllt sind, ist immer noch fachkundige medizinische Hilfe nötig. Die Krankenhäuser in der Region wurden stärk zerstört und viele können nicht genutzt werden. Ärzte ohne Grenzen hat mit der logistischen Unterstützung des Roten Kreuzes Chengdu bisher 1.750 Familienzelte gespendet, weitere 2.000 sollen diese Woche geliefert werden.

Ein Team mit einem Orthopäden, einem Chirurgen und einem weiteren Arzt unterstützt ein Gesundheitszentrum in der Stadt Guanghan, in der schwer getroffenen Präfektur Deyang. Das Krankenhaus behandelt Schwerverletzte, die per Luftbrücke aus den stark zerstörten Städten Shifeng, Mianzhu und Beichuan ausgeflogen werden. Zusätzlich hat Ärzte ohne Grenzen Medikamente und Sanitätsartikel an das Krankenhaus gespendet.

Mitarbeiter der Krankenhäuser sind erschöpft
Ärzte ohne Grenzen hat außerdem zwei staatlichen Krankenhäusern in
Hanwang (Mianzhu City) medizinisches Material und Zelte bereit gestellt. Die Stadt liegt ungefähr 60 Kilometer östlich des Epizentrums. Beide Krankenhäuser erlitten im Beben starke strukturelle Schäden und die medizinische Versorgung wurde in Zelte neben das Krankenhausgelände ausgelagert. Die Mitarbeiter des Krankenhauses – die Mehrheit von ihnen ist selbst direkt vom Beben betroffen – sind erschöpft. Am Wochenende spendete Ärzte ohne Grenzen beiden Krankenhäusern je 20 großformatige Zelte und prüft weitere Hilfsmöglichkeiten.

Nach einem Erdbeben leiden viele Menschen unter dem Crush-Syndrom. Bei diesem können starke Muskelverletzungen unbehandelt zu Nierenversagen und zum Tod führen. Drei Nierenspezialisten (aus Gent/Belgien und Hongkong), die eng mit Ärzte ohne Grenzen zusammen arbeiten, wurden in die Erdbebenregion entsendet. Die Experten haben mit ihrer Fachkenntnis drei der größten Krankenhäuser in der Provinzhauptstadt Chengdu unterstützt, in die viele der Bebenopfer transportiert wurden. Zudem berieten sie Mitarbeiter im Krankenhaus in Guanghan.
 
Psychologische Hilfe für Erdbebenopfer läuft an

Ein Psychologe von Ärzte ohne Grenzen mit Erfahrungen in der Nachbehandlung von traumatischen Ereignissen arbeitet in Chengdu im Krankenhaus Huaxi, das ein Ausbildungs- und Referenzzentrum für die Behandlung psychischer Probleme in der Region ist. Diese Klinik bildet Hunderte Studenten aus, Hilfe bei der psychischen Versorgung der Überlebenden des Erdbebens zu leisten.

In dieser Woche wollen die Teams weiter die Bedürfnisse der Menschen evaluieren und ihre Unterstützung anbieten. Derzeit arbeiten für Ärzte ohne Grenzen 23 Mitarbeiter in den vom Beben betroffenen Regionen.

Ärzte ohne Grenzen hat seit 1988 Projekte in China. Zum Zeitpunkt des Erdbebens arbeiteten die Mitarbeiter in Nanning in der autonomen Provinz Guangxi, wo Ärzte ohne Grenzen seit 2003 HIV/Aids-Patienten behandelt. Anfang 2008 hat die Organisation ein HIV/Aids-Programm in Xiangfan, in der Provinz Hubei, an die chinesischen Behörden übergeben.

Spenden für China: Ärzte ohne Grenzen hat seinen Einsatz für die Erdbebenopfer bereits zur Gänze mit Spenden finanziert. Bitte spenden Sie daher nicht mehr mit Kennwort "China". Wenn Sie statt dessen mit dem Kennwort "Notfall-Fonds" spenden, kommt Ihre Unterstützung den Opfern der nächsten Katastrophe zugute. Vielen Dank.

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