Cholera-Ausbruch in Burundi
Seit Anfang August wurden 149 Cholera-Fälle in Bujumbura, der Hauptstadt Burundis, registriert. Dieser Ausbruch, hervorgerufen durch Mängel in der Wasserversorgung im Stadtteil Musaga, ist bereits der zweite in diesem Jahr und breitet sich jetzt in andere Teile der Stadt aus. Um die lokalen Gesundheitsbehörde im Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen, hat Ärzte ohne Grenzen ein Cholera-Behandlungszentrum wiedereröffnet.
"Auf dem Gelände eines unserer Gesundheitszentren gibt es eine Cholera-Station, die wir bei Bedarf eröffnen, um die klinische Behandlung von Erkrankten durchzuführen", erklärt Marc de Rijcke, Projekt-Koordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Alle Patienten, die mit Verdacht auf Cholera ins allgemeine Krankenhaus gekommen sind, wurden in dieses Zentrum überstellt, das Platz für bis zu 100 Patienten bietet. Die Behandlung erfolgt hier kostenlos. Das ist entscheidend, da viele Menschen die Krankenhausgebühren nicht bezahlen können. Seit der Wiedereröffnung der Station am vergangenen Freitag haben wir 59 Patienten aufgenommen."
Mühsame Desinfektionsmaßnahmen
Die Heilung von Cholera ist relativ einfach, sie erfolgt durch starke Flüssigkeitszufuhr, in manchen Fällen durch Verabreichung von Antibiotika. Durchschnittlich dauert die Behandlung 48 Stunden. Die Ausbreitung der Krankheit zu kontrollieren ist weitaus schwieriger. Ein Behandlungszentrum wie jenes von Ärzte ohne Grenzen erfordert strikte Isolierung von Patienten, genaue Desinfektionsprozeduren und Abfallmanagement.
Logistiker Lionel Meunier beschreibt einige der notwendigen Hygienemaßnahmen: "Am Eingang der Station gibt es einen Mitarbeiter, der alle eintreffenden Patienten desinfiziert. Die Patienten müssen außerdem beide Füße sowie den Körper in einem chlorierten Bad desinfizieren. Weiters müssen die Fahrzeuge, mit denen die Patienten transportiert wurden, genauso wie die Orte, von denen die Menschen kommen, desinfiziert werden. Für eine Aktion wie diese muss man wirklich besessen von Hygiene sein."
Lokale Gesundheitsbeamten desinfizieren die betroffenen Wohngegenden und organisieren Informationskampagnen für die Bevölkerung. Dabei vermitteln sie Maßnahmen zur Verhinderung von Ansteckung. Cholera ist in dieser Region endemisch, schlechte Trinkwasserversorgung schafft ein ständiges Risiko für Cholera-Ausbrüche

