Tuesday, 22. May 2012 | 21:31 CEST

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Erdbeben, Kälte, Dürre: Die Menschen in Armenien kommen nicht zur Ruhe.
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Der Bericht von Peter Lamatsch ist Teil der wöchentlichen STANDARD Serie über die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen"
Veröffentlicht am 21.05.2001
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Das Erbe des Kommunismus

Inmitten der transkaukasischen Hochebene liegt Armenien. Die junge Republik hat mit vielen Problemen zu kämpfen, berichtet der Logistiker Peter Lamatsch.

Nach dem Erdbeben

Umgeben von Georgien, der Türkei, dem Iran und Aserbaidschan hat die ehemalige Sowjetrepublik nicht nur mit innenpolitschen Problemen zu kämpfen.

Ein heftiges Erdbeben in der Region von Leninakan (heute Gyumri) im Jahr 1988 und ein langjähriger Krieg mit Aserbaidschan um Berg-Karabach 1990 bis 1995 haben die 3,5 Millionen zählende Bevölkerung nicht zu Atem kommen lassen.

Drohende Hungersnot

Strenge Winter und trockene heiße Sommer verschärfen die Situation der leidgeprüften Bevölkerung. Wegen der Dürre des letzten Sommers können viele Tiere nicht mehr gefüttert werden und müssen geschlachtet werden. Da diese Tiere die Lebensgrundlage der Menschen bilden, ist eine Hungersnot vorhersehbar.

Unzureichende Versorgung

Zugang zu medizinischer Versorgung zu bekommen ist sehr schwierig und oft mit langen Wegen durch eine schwer passierbare Landschaft verbunden. Frauen entbinden häufig zu Hause - ohne die Hilfe einer Hebamme oder eines Arztes.

Dort, wo "medizinische Hilfe" angeboten wird, sind die Nachwirkungen des Kommunismus besonders stark spürbar.

Es besteht eine große Tendenz zur Spezialisierung, und ein Mangel an praktischen Ärzten erlaubt kein Überweisungssystem wie in Österreich.

Situation der Behinderten

In den so genannten Instituten sind die Patienten unter menschenunwürdigen Verhältnissen einem nicht ausgebildetem Personal ausgeliefert und körperliche Züchtigung und Wegsperren sind als ?Heilungsmethoden? an der Tagesordnung.

Ärzte ohne Grenzen startete eine Nothilfe-Aktion zur Unterstützung der Erdbebenopfer von Gyumri und ist seitdem im Dauereinsatz.

Heute arbeitet Ärzte ohne Grenzen in fünf vorwiegend ländlichen Regionen des Landes an verschiedenen Projekten.

Ausbildung von Personal

In der Kleinstadt Sevan laufen zum Beispiel mehrere Vorhaben: Rehabilitierung des Krankenhauses, Ausbildung von qualifizierten Personal zur Patientenbetreuung und Medikamentlieferungen. In der Provinzstadt Tavush, an der Grenze zu Aserbaidschan, sind 35.000 Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren unsere Zielgruppe.

Verpflegung von Straßenkindern

Unsere Projekte dort: Familienplanung, medizinische Betreuung während der Schwangerschaft, Geburtshilfe, Nachbetreuung und Ausbildung von lokalen Hebammen. Wir sind die einzige NGO, die in dieser Region arbeitet. In der Hauptstadt Erewan betreuen und verpflegen wir Hunderte Straßenkinder.

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