Tuesday, 22. May 2012 | 21:33 CEST

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© MSF/Olga Ruiz | Ein durch eine Schlammlawine in Folge des Hurrikans "Stan" zerstörtes Haus in Panabaj, Guatemala
Veröffentlicht am 19.10.2005
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Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen nach Hurrikan "Stan"

Der tropische Sturm "Stan" hat in Guatemala schwere Verwüstungen hinterlassen. Sintflutartige Regenfälle führten überall im Land zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Besonders betroffen sind die Bergregionen im Westen des mittelamerikanischen Landes und die Pazifikküste. Zahlreiche Städte und Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten. Rund 1,5 Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Sturms betroffen, Hunderte starben.

Ärzte ohne Grenzen hilft der Bevölkerung in den am schlimmsten betroffenen Regionen mit derzeit rund 70 nationalen und internationalen Mitarbeitern. Während der ersten Notfallhilfe wurden Trinkwasser und medizinisches Material verteilt. Inzwischen konzentriert sich die Organisation auf die Einrichtung von Wasser- und Sanitäranlagen. Zudem arbeiten die Teams an der epidemiologischen Überwachung, denn unter den am stärksten betroffenen Regionen gibt es Gebiete mit hohem Malaria- und Dengue-Fieber-Risiko. Daher ist es wichtig, möglichen Krankheitsausbrüchen frühzeitig zu begegnen.

Atitlán-See, Provinz Solola

Ärzte ohne Grenzen war die erste Hilfsorganisation, die diese Gegend nach dem Tropensturm erreichte. In der zu den bekannten Touristenzielen gehörenden Stadt Santiago de Atitlán sind 6.000 Menschen in 40 provisorischen Unterkünften untergebracht, deren Häuser zerstört wurden. Trinkwassermangel und die überfüllten Unterkünften gehören zu den größten Herausforderungen.

Zu den Hilfsmaßnahmen von Ärzte ohne Grenzen zählt die Bereitstellung von 11,5 Tonnen Hilfsgütern wie Decken, Matratzen, Plastikplanen und Mittel zur Aufbereitung von 22.000 Liter Trinkwasser. Die Teams prüfen derzeit die Möglichkeit, die Koordinierung der medizinischen und psychosozialen Aktivitäten sowie der Wasser- und Sanitärversorgung in den Notunterkünften zu übernehmen.

Nueva Concepción, Provinz Escuintla

Ärzte ohne Grenzen kümmert sich um die Versorgung der beiden kleinen Gemeinden Canoítia und Santa Ana, in die bisher noch keinerlei Hilfe gelangt war. Die Mehrzahl der Häuser ist stark zerstört, es fehlt an Trinkwasser und die Gesundheitseinrichtung wurde ebenfalls zerstört. Das Team von Ärzte ohne Grenzen wird sich um die Wasser- und Sanitärversorgung kümmern. Auch hier gehört die epidemiologischen Überwachung zu den Aufgaben.

Chiquimulilla, Provinz Santa Rosa

Die Region gehört zu den betroffenen Gegenden, in denen das Wasser noch nicht abgeflossen ist, daher ist dort die epidemiologische Überwachung besonders wichtig. Mehr als 3.000 Brunnen sollen in Chiquimulilla und den umliegenden Dörfern verschmutzt sein. Ärzte ohne Grenze wird ihre Reinigung übernehmen.

Coatepeque

Bereits vor dem Sturm arbeitete hier ein Team von Ärzte ohne Grenzen in einem HIV/Aids-Projekt. Die Aktivitäten in der Aids-Klinik laufen weiter und die Teams sind jederzeit bereit, erneut medizinische Nothilfe für die Opfer des Sturms zu leisten. Das Gesundheitsministerium hält die medizinische Hilfe für die Stadt, in der mehr als 6.000 Menschen in Notunterkünften leben, allerdings für abgedeckt. (In Coatepeque arbeiten kubanische Medizinerbrigaden.)



Auch in der Ortschaft Ocós an der Pazifikküste hat ein kleines Hilfsteam die Arbeit aufgenommen. Rund 70 Prozent der Häuser dort sind zerstört worden, 350 Familien leben in dem Ort. Übertretende Flüsse haben die Häuser weggespült. Ärzte ohne Grenzen führt Wasser- und Sanitärarbeiten durch, so wurden bereits drei Tanks mit 40.000 Litern Wasser aufgestellt. Zudem sollen Quellen gereinigt werden.

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