Ebola-Ausbruch in West Kasai unter Kontrolle
Am 22. Jänner wurden die letzten Patienten aus der Ebola-Isolationsstation von Ärzte ohne Grenzen in Kampungu, Provinz West Kasai, entlassen. Die Patienten wiesen keine Symptome mehr auf und befanden sich in gutem Gesundheitszustand.
Seit dem Tod des letzten bestätigten Ebola-Infizierten am 1. Jänner ergaben die Tests aller verdächtiger Proben negative Ergebnisse. Die Symptome der Patienten in der Isolationsstation stellten sich nach einigen Tagen ein, es waren keine weiteren Todesfälle mehr zu beklagen. Auch die erst vergangene Woche eingelieferten Patienten wurden nach negativen Testergebnissen entlassen.
"Im Moment ist der Ausbruch unter Kontrolle," sagt Rosa Crestani vom MSF-Notfallteam mit Standort Brüssel. "Bis gestern haben unsere Teams rund 100 Personen, die in Kontakt mit Patienten gestanden sind, beobachtet, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Da nun 21 Tage - die längste bekannte Inkubationszeit bei Ebola - seit Auftreten des letzten Falls vergangen sind, kann man davon ausgehen, dass sie nicht infiziert sind. "Gestern starb jedoch ein Mann im Wald nicht weit von hier mit einigen verdächtigen Symptomen," fügt Crestani hinzu. "Unsere Teams sind daher auf stand-by, die Isolationsstation bleibt geöffnet, und wir sind bereit auf neue Fälle zu reagieren, sollten welche auftreten." Proben des Verstorbenen werden über das Wochenende analysiert.
Bis heute zeigten bei dem aktuellen Ausbruch 48 Patienten Symptome von Ebola, bei sieben von ihnen wurde das Virus im Labor bestätigt. Von den sieben bestätigten Fällen verstarben zwei, die 41 verbleibenden, von denen 12 starben, gelten als Verdachtsfälle.
Ärzte ohne Grenzen traf am 23. Dezember 2008 in West Kasai ein, kurz nachdem der Ebola-Ausbruch bekannt wurde. Heute arbeitet ein Team von 15 Mitarbeitern, bestehend unter anderem aus Ärzten, Krankenschwestern, Wasserexperten und Logistikern, vor Ort.

