Tuesday, 22. May 2012 | 21:39 CEST

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In fünf Wochen intensiver Arbeit konnte der Ebola-Ausbruch um Kumpungu unter Kontrolle gebracht werden, die Isolations-Station wird geschlossen.Foto: © Pascale Zintzen / MSF
Veröffentlicht am 29.10.2007
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Ebola-Einsatz beendet

Mehr als 21 Tage sind vergangen, seit in der Provinz West Kasai (Demokratischen Republik Kongo) die letzte bekannte mit dem Ebola-Virus infizierte Person in Kontakt mit anderen Menschen stand. Die Anzahl der Personen, die neu in die Isolations-Station von Ärzte ohne Grenzen in Kampungu aufgenommen wurde, hatte sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich reduziert, der letzte Patient kam am 4. Oktober.

Ab dem letzten bekanntgewordenen Fall schien der Ausbruch unter Kontrolle zu sein. Die Bevölkerung zählte ebenso wie Ärzte ohne Grenzen gespannt die Tage ohne neuen Ebola Fall, wissend, dass die Inkubationszeit der Krankheit bis zu 21 Tage dauern kann. Vergangenen Donnerstag, dem 25.Oktober, war klar, dass diese Periode beendet war. 

Seit der Ausbruch des Ebola-Virus am 10. September offiziell deklariert wurde, arbeitete das Team von Ärzte ohne Grenzen rund um die Uhr daran, die Patienten zu isolieren, zu behandeln und die weitere Ausbreitung der tödlichen Krankheit zu verhindern. Der Hilfseinsatz umfasste nicht nur Aktivitäten vor Ort in der Gesundheitszone Mweka, sondern auch die logistische Vorbereitung in Kinshasa sowie technische Unterstützung und Recruitment neuer Mitarbeiter im Einsatzzentrum in Brüssel. Schnelligkeit war oberstes Gebot, da sich die Krankheit rasch auszubreiten drohte.

Schlechte Infrastruktur erschwerte Hilfseinsatz

Die besonderen Herausforderungen waren schnell sichtbar. Die Start- und Landebahn von Luebo, einer Stadt 15 km entfernt von Kampungu, musste repariert werden. Viele komplexe Aufgaben mussten gleichzeitig durchgeführt werden, wie die Verstärkung und Organisation der Arbeit in der Isolierstation, das Training der medizinischen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums in Bezug auf die Sicherheitsbestimmungen und die korrekte Diagnose von Patienten; die Ausbildung von lokal rekrutierten Mitarbeitern für die sichere Desinfektion von Materialien aus den höchsten Risikobereichen in der Isolationsstation; und nicht zuletzt die tägliche Lieferung von hunderten Litern chlorinierten Wassers für die Desinfektionsmaßnahmen.   

Ein medizinisches Team suchte nach Personen, die unter dem Verdacht standen mit dem Virus infiziert zu sein. Sie versuchten, zumeist erfolgreich, alle Menschen, die in Kontakt mit bestätigten Ebola Patienten oder solchen, die unter Verdacht standen damit infiziert zu sein, aufzusuchen. Sie überprüften jede kleinste Information und jedes Gerücht, das sie von lokalen Mitarbeitern erhielten. Das Team verteilte außerdem Medikamente an 15 Gesundheitszentren.

Um alle Dörfer in der betroffenen Region besuchen zu können, musste das Team Strecken befahren, die in sehr schlechtem Zustand waren. Im äußersten Nordosten des Gebiets, das Ärzte ohne Grenzen abdeckte, war es unmöglich mit dem Auto zu fahren. Im Wettlauf mit der Zeit entschloss sich das Team die Straße zu reparieren und für Autos befahrbar zu machen um so falls nötig kranke Menschen aus diesem entlegenen Gebiet zur Ebola-Station bringen zu können. 

Vier Tage lang waren bis zu 80 lokale Mitarbeiter damit beschäftigt, unter der Anleitung eines Logistikers von Ärzte ohne Grenzen Bäume und Bambus zu schneiden und drei Brücken zu bauen. Damit schafften sie es, die 22 km lange Strecke in eine passable Fahrbahn zu verwandeln. Das Team von Ärzte ohne Grenzen konnte seine Suche nach potentielle Ebola Patienten fortsetzen. Das Teammitglied, das dafür verantwortlich war die Bevölkerung über die Krankheit zu informieren, konnte somit auch in die entlegensten Orte fahren und den Bewohnern alle nötigen Details über den Ausbruch und die Vorsichtsmaßnahmen, die die Menschen ergreifen sollten, mitteilen.

Seit der Eröffnung der Isolierungsstation wurden dort 42 Patienten behandelt. Insgesamt starben mehr als 80% der Personen, bei denen die Infektion mit dem Virus bestätigt wurde. Mit 65% war die Sterberate in der Isolierstation von Ärzte ohne Grenzen geringer, was die Vermutung zulässt, dass die Behandlung durch das medizinische Team manchen Patienten zu überleben half, auch wenn es keine Heilung für Ebola gibt.

Ebola ist nur eine von mehreren Krankheiten, unter denen die Bevölkerung West Kasais zu leiden hat, einer Provinz, die wie viele andere Regionen der Demokratischen Republik Kongo besonders anfällig für Epidemien ist. Der jüngste Ebola-Ausbruch hinterlässt viele Familien, die den Tod von Angehörigen betrauern und verlassene Dörfer, deren Einwohner vor der Krankheit flohen oder daran starben.

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