Ende der Ebola-Epidemie in Bundibugyo
Seit 23. Dezember wurde kein neuer Ebolafall mehr im Distrikt Bundibugyo im Westen Ugandas registriert. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen, die seit Anfang Dezember in Bundibugyo im Einsatz sind, um den Ausbruch der tödlichen Krankheit zu bekämpfen, dürfen hoffen, dass diese kurze aber heftige Epidemie damit zu Ende ist.
Laut den neuesten Zahlen sind in Uganda seit August 148 Menschen an Ebola erkrankt. Von diesen Patienten starben 37 innerhalb weniger Wochen. Die Behörden hatten das Auftreten von Ebola erst am 28. November offiziell bestätigt.
Ebola und Marburg sind hämorrhagische Fieber, die sehr ansteckend sind und gegen die es keine spezifische Behandlung gibt. Sie werden durch den Konsum von Wildtieren, im Fall von Ebola meist von Affen, auf den Menschen übertragen. Die Affen ihrerseits wurden wahrscheinlich durch einen gesunden Träger angesteckt, möglicherweise durch eine Fledermaus.
Der Einsatz von Ärzte ohne Grenzen konzentrierte sich einerseits auf die Isolation und Pflege der Erkrankten, andererseits auf die Suche nach Kontaktpersonen von Patienten, bei denen der Ebolaverdacht bestätigt wurde. Diese Strategie erwies sich als erfolgreich. Weniger als einen Monat nach dem Beginn des Einsatzes scheint es beinahe sicher, dass die Übertragungskette von Mensch zu Mensch unterbunden wurde.
Schließung derIsolationsstationen
Am 8. Jänner begann Ärzte ohne Grenzen, eine der zwei von der Organisation eingerichteten Isolationsstationen zu schließen. Es handelt sich um die Station in Kikyo, das einige Kilometer von Bundibugyo entfernt liegt und der Ausgangspunkt der Epidemie gewesen zu sein scheint. Die Stationwird abgebrochen und vollständig dekontaminiert.
In Bundibugyo, dem Provinzhauptort, hält sich noch ein einziger Patient zur Beobachtung in der Isolationsstation des Spitals auf. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass die Labortests ergeben, dass er sich mit Ebola angesteckt hat.
Beratung und Training
Die rund 20 internationalen und 60 ugandischen MSF-Mitarbeiter können ihre Arbeit allmählich einstellen und ihr Know-How ans einheimische Personal weitergeben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Krankheit in Zukunft schneller diagnostiziert und Erkrankte schneller gepflegt werden. Laut internationalen Empfehlungen muss man nach der Isolation des letzten positiven Falles zwei mal 21 Tage warten, was der doppelten Inkubationszeit entspricht, um das Ende der Epidemie zu erklären. Doch das Gebiet kann schon nach 21 Tagen Ebola-frei erklärt werden, im vorliegenden Fall wäre das der 12. Januar. Die Bevölkerung dieser gebirgigen Gegend am Rand der Rwenzori-Gegend erwartet diesen Termin sehnsüchtig.
In der Zwischenzeit berät Ärzte ohne Grenzen die Angehörigen der Opfer weiter, bildet Gesundheitspersonal aus und führt epidemiologische Nachforschungen durch, um sicherzustellen, dass die Übertragungskette wirklich unterbrochen wurde.

