Wednesday, 8. February 2012 | 16:29 CET

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Äthiopien, Juli 2008: Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen misst den Oberarmumfang eines Kindes im Bezirk Hadero Tunto, Region Oromiya. In den Regionen Oromiya und Southern Nations and Nationalities People’s (SNNP) im Süden des Landes leiden derzeit Tausende Kinder an schwerer Unterernährung. Foto: © MSF
Veröffentlicht am 31.07.2008
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Ernährungskrise im Süden Äthiopiens: Hilfe für die am schwersten Betroffenen

Bereits 16.700 schwer unterernährte Patienten, größtenteils Kinder, wurden in den Ernährungsprogrammen von Ärzte ohne Grenzen in den Regionen Oromiya und Southern Nations and Nationalities People’s (SNNP) behandelt. Mehr als 2.000 von ihnen litten an zusätzlichen medizinischen Komplikationen und wurden in fünf Stabilisierungszentren aufgenommen, wo sie rund um die Uhr medizinische Betreuung erhalten. Die anderen Patienten werden ambulant versorgt und erhalten über ein Netzwerk von 44 über die Regionen verteilten therapeutischen Stationen Nahrungsmittelrationen.

Seit Mitte Juli wurden außerdem Nahrungsmittelrationen bestehend aus einer Mais-Soja-Mischung mit Öl und Zucker an 1.700 moderat unterernährte Kinder und ihre Familien verteilt. Derartige Verteilungen wurden bisher in drei Bezirken der zwei betroffenen Regionen durchgeführt.

In manchen Gebieten der Regionen Oromiya und SNNP nimmt die Zahl der wöchentlichen Aufnahmen in den Ernährungsprogrammen nach wie vor zu. Die Zahl der behandelten Kinder ist außergewöhnlich hoch, was auf eine alarmierende Unterernährungsrate hinweist.

Neben ausbleibenden Regenfällen, hohen Nahrungsmittelpreisen, niedriger Kaufkraft und anderen Faktoren trägt auch der Mangel an Zugang zu Gesundheitsversorgung zu der Krisensituation bei. So können beispielsweise unbehandelte Herz- oder Nierenerkrankungen zu Unterernährung führen.

Während sich Ärzte ohne Grenzen auf die am schwersten von Unterernährung betroffenen Menschen konzentriert, brauchen viel mehr Menschen im südlichen Äthiopien Unterstützung und dringend mehr Nahrungsmittelhilfe.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1984 in Äthiopien. Zusätzlich zu den genannten Ernährungsprogrammen betreibt Ärzte ohne Grenzen in mehreren Regionen des Landes langfristige Hilfsprogramme. In Cherrati (östlichen Somali-Region) behandelt Ärzte ohne Grenzen Tuberkulose-Patienten und leistet Basisgesundheitsversorgung. In Deghabur und Wardher betreibt Ärzte ohne Grenzen Basisgesundheitsprogramme und behandelt Unterernährung. Im Norden des Landes leistet MSF in Humera (Region Tigray) Hilfe für Menschen, die an Kala Azar leiden, und in Abdurafi (Region Amhara) arbeitet MSF im Bereich der Prävention und der Behandlung von Kala Azar und HIV/Aids.

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