Erstes Hilfsteam bereits vor Ort, Verstärkung und Material unterwegs
Nach dem schweren Erdbeben im Iran verstärkt Ärzte ohne Grenzen seine Hilfskräfte im Krisengebiet. Ein vierköpfiges Team, bestehend aus Medizinern und Logistikern ist am 28. Dezember in Bam ankommen, wo bereits zwei Ärzte im Noteinsatz waren. Weitere Teams aus Brüssel (bestehend aus 3 Nierenspezialisten, einem medizinischen Koordinator und einem Logistiker) und aus Madrid (1 Arzt, 1 Logistiker) sind unterwegs.
10 Tonnen Hilfsmaterial für Bam
Zehn Tonnen Hilfsmaterial, bestehend aus Medikamenten, Nothilfematerial, Material zur Wasseraufbereitung und 5.000 Kanistern, wurden in der logistischen Basis von Ärzte ohne Grenzen in Bordeaux beladen. Die in Teheran und Bagdad stationierten medizinischen Vorräte der Organisation, bestehend aus medizinischem und Nothilfematerial, chirurgischem Material, 6.000 Hygiene-Kits und 19.000 Decken, sind bereits auf dem Weg in die Region von Bam. Weitere 26.000 Decken wurden am 28. Dezember per Luftfracht aus Dubai geschickt.
Erste Untersuchungen zeigen: Bedürfnisse enorm
Schon am 26. Dezember führte ein Team von Ärzte ohne Grenzen, das mit medizinischem Material bereits vor Ort war, in Zusammenarbeit mit dem iranischen Roten Halbmond eine erste Untersuchung der betroffenen Region durch. Die Bedürfnisse in der 110.000 Einwohner zählenden Stadt sind enorm: Die Stadt inklusive der beiden Krankenhäuser ist fast völlig zerstört, zahlreiche Menschen werden aus den Trümmern geborgen. Zwei Notspitäler, die nach dem Erdbeben kurzfristig aufgebaut wurden, sind überfüllt und haben kaum Wasser, Strom und Medikamente. Am Flughafen von Bam wurde ein Feldhospital aufgebaut, um Verwundete nach Kerman, Ispashan, Zahedan und Bandar Abbas zu evakuieren.
Unterkunft, Decken und Trinkwasser am dringendsten benötigt
Das erste Team von Ärzte ohne Grenzen in Bam unterstützt die zwei Notspitäler. Die drei Nierenspezialisten werden sich nach ihrer Ankunft im Krisengebiet voraussichtlich auf das regionale Krankenhaus von Kerman konzentrieren und dort arbeiten. Weitere Teams werden in die umliegenden Dörfer fahren, um den Opfern in dem insgesamt 250.000 Einwohner fassenden Bezirk zu helfen. Die genaue Anzahl der Opfer ist derzeit unmöglich zu erfassen, könnte jedoch die 100.000 übersteigen. Derzeit sind für das Überleben in der Region vor allem Unterkunft, Decken und Trinkwasser ausschlaggebend, da die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt fallen können.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1995 im Iran in den Regionen von Mashaad und Zahedan und betreut afghanische Flüchtlingen. Auch während des Erdbebens im Iran 1990 war die Hilfsorganisation im Einsatz.

