Georgien/Südossetien: Team von Ärzte ohne Grenzen erreicht Krankenhaus von Zchinwali
Ein Notfall-Team von Ärzte ohne Grenzen konnte von Tiflis aus die abtrünnige Region Südossetien erreichen und hat das Krankenhaus von Zchinwali besucht. In der Hauptstadt Südossetiens waren am 7. August Kampfhandlungen ausgebrochen. Derzeit unterstützt Ärzte ohne Grenzen Vertriebene in Tiflis (Georgien) und hat angeboten, medizinische Hilfe in Südossetien zu leisten.
Nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Russland und Georgien hat sich die Situation nach und nach normalisiert. Bis Ende der vergangenen Woche war der Zugang nach Südossetien unmöglich, da Ärzte ohne Grenzen keine Erlaubnis bekommen hatte. Am 23. August konnte ein Team von Ärzte ohne Grenzen endlich das Krankenhaus besuchen und die Direktion treffen.
"Die zwei stellvertretenden medizinischen Direktorinnen sagten uns, dass die lokalen medizinischen Teams unter sehr schwierigen Bedingungen Nothilfe geleistet und die russischen Behörden sehr schnell wichtige Mittel bereitgestellt hätten", berichtet Filipe Ribeiro, Koordinator des MSF-Nothilfeprogramms in Georgien.
Im Zuge des Besuchs stellte das Notfallteam fest, dass am Gelände des Krankenhauses aus Zelten ein Feldspital errichtet wurde. Schwer Verletzte wurden nach Nordossetien überwiesen. Außerdem werden aus Russland Hilfsgüter bereitgestellt. "Wir müssen nun die noch nicht abgedeckten Bedürfnisse erheben", sagt Filipe Ribeiro. Derzeit wird über die mögliche Hilfe verhandelt, die Ärzte ohne Grenzen für die Gesundheitszentren und Krankenhäuser Südossetiens leisten kann.
Ärzte ohne Grenzen hofft darauf, dass die Teams nach Zchinwali zurückkehren dürfen, um dort und in anderen Gebieten weitere Evaluationen über den genauen Bedarf der Betroffenen durchführen zu können.
Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Georgien
Die Kampfhandlungen haben massive Vertreibungen in Georgien ausgelöst. In der georgischen Hauptstadt Tiflis leisten Notfallteams von Ärzte ohne Grenzen an mehreren Orten medizinische Hilfe für die Vertriebenen. Seit 14. August wurden 497 medizinische Konsultationen durchgeführt. Außerdem haben die Teams Hygiene-Kits, bestehend unter anderem aus Seife, Zahnpaste, Kerzen und Trinkbechern, verteilt. Zusätzlich wurden in anderen Regionen Georgiens (Imeretien und Samegrelo) Evaluationen durchgeführt, weitere Hilfsmaßnahmen sind für die nächste Zukunft geplant. Zwei seit längerem bestehende Programme zur Behandlung von medikamentenresistenter Tuberkulose in Georgien laufen indes weiter.
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