Wednesday, 8. February 2012 | 16:31 CET

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Imprägnierte Moskitonetze, wie hier auf der Kinderstation eines Ärzte ohne Grenzen-Gesundheitszentrums in Sierra Leone, sind der wirksamste Schutz gegen MalariaFoto: © Dominick Tyler
Veröffentlicht am 14.09.2006
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Gesundheitsinformation und Verteilung von Moskitonetzen zur Vorbeugung gegen Malaria

Es ist tropisch warm, und die Vegetation ist üppig in Bo, einer südlichen Provinz von Sierra Leone. Mehr als eine halbe Million Menschen leben hier, in einer der dichtbevölkertsten Regionen des Landes. In diesem warmen und feuchten Klima gedeihen jedoch nicht nur wunderschöne Palmen, sondern auch jede Menge Moskitos.

Die Insekten übertragen Malaria und haben dabei leichtes Spiel, denn viele Kinder hier sind unterernährt und schwach. Sie sind damit sehr anfällig für die Tropenkrankheit. Darüber hinaus gibt es nur wenige Moskitonetze, von einer wirksamen Behandlung ganz zu schweigen: Beides war bislang ein unerreichbarer Luxus in Bo. Und das, obwohl Malaria für Kinder unter fünf Jahren die häufigste Todesursache ist.



Aus diesem Grund versorgt Ärzte ohne Grenzen in fünf Gesundheitszentren in Bo Malaria-Patienten. Die lebensbedrohliche, schwere Form der Malaria, an der 40 Prozent der monatlich neu aufgenommenen Kranken leiden, wird in einem Referenzkrankenhaus behandelt.

Mücken stechen in der Dämmerung

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben eine neue Strategie entwickelt, um zu verhindern, dass so viele Kinder an Malaria erkranken und die lebensbedrohliche Form der Krankheit entwickeln. Die 30jährige Belgierin Anekat Coster besucht zum Beispiel gemeinsam mit einer Krankenschwester und zwei Gesundheitshelfern alle Dörfer, die in einem Radius von fünf bis zehn Kilometern um das Gesundheitszentrum liegen. In Seminaren klären die Mitarbeiter die Dorfbevölkerung über die Krankheit auf: Wie steckt man sich an, wie kann man die Ansteckungsgefahr verringern, wie muss man auf erste Symptome reagieren? Diese Seminare werden vom Dorfvorsteher angekündigt und locken meist zwischen 100 und 600 Mütter und Kinder an. Dabei erfahren die Zuhörer auch, dass die Kinder bereits bei Sonnenuntergang unter den Moskitonetzen liegen müssen, denn um diese Tageszeit sind die Insekten besonders aktiv.

Moskitonetze schützen

Im Anschluss an die Seminare finden jeweils medizinische Konsultationen für die Mütter mit ihren Kindern unter fünf Jahren statt. Diejenigen, die erste Anzeichen von Malaria zeigen, werden untersucht. Für einen Malaria-Schnelltest sind nur ein paar Tröpfchen Blut nötig. Werden die Kinder positiv getestet, erhalten sie Medikamente und ein Moskitonetz. Diejenigen aber, die gesund sind, erhalten nur ein Netz, um sich zu schützen.



In drei Monaten haben bislang 9.000 Bewohner aus 25 Dörfern an diesen Seminaren teilgenommen. Dabei haben die Teams mehr als 4.600 imprägnierte Moskitonetze verteilt, die eine lange Haltbarkeit haben.



Sowohl Moskitonetze als auch die medikamentöse Kombinationstherapie ACT sind wichtige Pfeiler des nationalen Malaria-Bekämpfungsprogramms, das durch den Globalen Fonds finanziert wird. Dennoch erhalten bislang nur Patienten, die in Gesundheitszentren von Nichtregierungsorganisationen oder UNICEF behandelt werden, diese Netze und Arzneimittel.

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