Tuesday, 22. May 2012 | 21:53 CEST

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© MSF/Roger Job
Das Gesundheitsministerium von Mosambik bat Ärzte ohne Grenzen um Hilfe. Im Bild das Behandlungszentrum in der Nähe des Spitals von Maputo, wo hunderte Patienten untergebracht sind.
Veröffentlicht am 23.12.2003
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Groß angelegter Feldversuch mit Cholera-Impfung

Ärzte ohne Grenzen hat in einem Armenviertel in Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks, den ersten groß angelegten Feldversuch mit einem neuen Cholera-Impfstoff gestartet. Insgesamt sollen 50.000 Menschen zur Vorbeugung geimpft werden.

Cholera-Ausbruch für Februar erwartet

Das Armenviertel Esturro ist besonders oft von Choleraepidemien betroffen. Der nächste mögliche Ausbruch wird für die Monate Februar bis April erwartet. Ärzte ohne Grenzen hat daher präventiv eine Massenimpfkampagne gestartet. Insgesamt sollen 50.000 Erwachsene und Kinder geimpft werden. Die Bevölkerung des Viertels wurde zuvor über die Aktion informiert.

Impfstoff noch zu teuer

Der Impfstoff, der in zwei Dosen als Schluckimpfung verabreicht wird, könnte präventiv eingesetzt werden, sofern er durch verschiedene Maßnahmen ergänzt wird. Hierzu zählen die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, Hygieneerziehung sowie der Bau von Latrinen und Abwassersystemen. Zurzeit sind zwei Choleraimpfstoffe auf dem Markt. Allerdings ist nur der von Ärzte ohne Grenzen in Mosambik verwendete Impfstoff von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor-zertifiziert. Der Preis pro Impfdosis liegt jedoch zwischen drei und sechs Dollar und ist somit für die am stärksten betroffenen afrikanischen Länder noch relativ teuer.

Das Forschungsinstitut Epicentre von Ärzte ohne Grenzen

Dieser erste groß angelegte Feldversuch wird von Epicentre durchgeführt, einem gemeinnützigen Forschungsinstitut, das 1987 von Ärzte ohne Grenzen gegründet wurde. Epicentre richtet sich dabei nach der von der WHO definierten Prioritätenliste und arbeitet eng zusammen mit den Gesundheitsbehörden Mosambiks, dem International Vaccine Institut (IVI) in Seoul und dem lokalen WHO-Büro. Seit 1996 arbeitet Epicentre im Bereich Forschung zu Epidemien und Kontrolle neuer Krankheiten eng mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen ("WHO Collaborating Center").

Studie über Akzeptanz bei der Bevölkerung

Unmittelbar nach Abschluss der Impfkampagne im Januar wird die Aktion evaluiert. Die Studie wird Aufschluss geben über die Machbarkeit einer derartigen Aktion und ihre Akzeptanz bei der Bevölkerung (Teilnahme, Akzeptanz der Schluckimpfung, Nebenwirkungen, usw.). Darüber hinaus soll die Wirkung der Impfung gegen das Bakterium, das für die Cholera verantwortlich ist, mindestens sechs Monate lang beobachtet werden.

Aktion statt Reaktion als Strategie für die Zukunft

In Mosambik treten immer wieder Choleraepidemien auf. Bei diesen wiederkehrenden Epidemien liegt die Sterblichkeitsrate höher als in anderen afrikanischen Ländern. Die Regierung ist kaum in der Lage vorbeugend zu handeln, sondern reagiert meist erst auf den Ausbruch. Dies aber ist teuer und belastet zudem stark das Gesundheitssystem. Für Mosambik und andere Länder des tropischen Afrika wird es daher immer wichtiger, neue Strategien zur Vorbeugung von Choleraepidemien zu finden.

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