Tuesday, 22. May 2012 | 21:54 CEST

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Uganda 2007: Menschen warten vor einer Meningtis-Impfstelle von Ärzte ohne Grenzen in Arua in der Provinz West NileFoto: © Michael Goldfarb/MSF
Veröffentlicht am 05.04.2007
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Großer Hilfseinsatz im Meningitis-Gürtel

Ungefähr alle acht bis vierzehn Jahre kommt es im Meningitis-Gürtel während der Trockenzeit zu Meningitisepidemien. Der aktuelle Ausbruch wurde Ende 2006 bekannt. Seit damals wurden 27.650 Fälle bekannt, 1.840 Todesfälle wurden in den vier am stärksten betroffenen Ländern Burkina Faso, Sudan, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo gemeldet.

Ärzte ohne Grenzen hat in einem ersten Schritt die Art der Meningitis identifiziert und bereits mit der Krankheit infizierte Personen behandelt. In der zweiten, noch andauernden Phase von Behandlung und Prävention führt Ärzte ohne Grenzen auch Massen-Impfkampagnen durch, um die Ausbreitung der hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern.

Hundertausende Menschen geimpft

In den vergangenen Wochen wurden alleine in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo 700.000 Menschen mit der Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen geimpft, die Infektionsrate scheint zu sinken. In Burkina Faso immunisierte Ärzte ohne Grenzen 475.000 Menschen in der Hauptstadt Ouagadougou und plant weitere 500.000 Impfungen in den ländlichen Regionen des Landes. Im Süd-Sudan wurden fast 491.000 Personen geimpft, in den nächsten Wochen stehen weitere 290.000 Impfungen auf dem Programm. In anderen Ländern, in denen die Gefahr eines Meningitis-Ausbruchs groß ist, stehen die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Alarmbereitschaft.

Logistische Herausforderung

Derartige Impfkampagnen bedeuten eine enorme logistische Herausforderung. Die Impfstoffe müssen angeschafft und unter Einhaltung der Kühlkette zum Einsatzort gebracht werden, was in Ländern wie dem Sudan, wo es wenig Infrastruktur und kaum benutzbare Straßen gibt, keine leichte Aufgabe ist.

Besorgnis über Verfügbarkeit von Impfstoffen

Zwischen 1995 und 1997 wurde Afrika vom bisher schlimmsten bekannten Ausbruch einer Meningitis-Epidemie heimgesucht, der 25.000 Menschenleben forderte. Obwohl der gegenwärtige Ausbruch noch nicht diese Ausmaße erreicht hat, ist Ärzte ohne Grenzen besorgt, dass das effektive Management von Ausbrüchen durch Probleme bei der Produktion, die zur mangelnden Verfügbarkeit von Impfstoffen führen, beeinträchtigt werden könnte. Ärzte ohne Grenzen nimmt an der Forschung zu Alternativen teil, um auch in Zukunft schnell auf Meningitis-Ausbrüche reagieren zu können.

Ärzte ohne Grenzen fürchtet außerdem, dass in Ländern wie Burkina Faso nicht alle notwendigen Impfstoffe verfügbar sein werden, da die internationalen Geber nicht bereit sind, diese zu finanzieren. Am 26. März hat Ärzte ohne Grenzen die Gebergemeinschaft aufgerufen, weitere 1 Million Euro für den Kampf gegen Meningitis zur Verfügung zu stellen. Bisher fiel die Antwort enttäuschend aus. Nur ein Geber hat sich zur Finanzierung von weiteren Impfstoffen bereiterklärt, Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass eine weitere Verzögerung der Impfstoff-Lieferungen Menschenleben kosten wird.

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