Tuesday, 22. May 2012 | 21:54 CEST

Veröffentlicht am 06.04.2004
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Harte Arbeit und ein Hauch von Abenteuer

Der bereits seit mehr als 40 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Kolumbien fordert vor allem unter der zivilen Bevölkerung seine Opfer. Rebellen, Milizen, Militär und Drogenmafia führen einen Kampf jeder gegen jeden. Viele geben ihr Hab und Gut auf und flüchten in scheinbar sichere Regionen, wo sie Ärzte ohne Grenzen versorgt. Diese Arbeit wird nicht nur mit Personal aus Österreich unterstützt, sondern auch mit Spendengeldern von Ärzte ohne Grenzen Österreich.

Mitarbeiterportrait
LUEF Franz Projektkoordinator/Finanz und Personalwesen
Foto  LUEF Franz
Letzter Einsatz:
Jemen
Sep 2011 - Dec 2011

Versorgung der Gesundheitszentren

Ausgehend in Nariño, wo das Büro von Ärzte ohne Grenzen angesiedelt ist, werden die weitverzweigten Flussläufe genützt und mit dem Boot jedes unserer Gesundheitszentren (Puestos de Salud) versorgt und betreut. Land und Leute hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Man begegnet immer und überall freundlichen Gesichtern - die Bevölkerung in diesem Teil an der südwestlichen Pazifikküste ist durchgehend Afrikastämmig und besticht durch ihre Ausgelassenheit, Musik und Tanz.

Die einzelnen Gesundheits-Komitees (Comité de Salud) in den Dörfern und die Begeisterung der beteiligten Einheimischen machen Lust auf mehr und bestätigen uns in unserer gemeinsamen Arbeit. Die Puestos de Salud werden als Pilotprojekt initiiert und in Folge von den örtlichen Spitälern weiter betreut bzw. auch für andere Dörfer adaptiert. Ärzte ohne Grenzen stellt die Mittel für diese Gesundheitszentren zur Verfügung (Planung, Material, Schulungen, Informationsveranstaltungen) und implementiert mit den Vertretern der einzelnen Dörfer das Gesundheits-Komitee. Zudem werden diese Stellen mit Medikamenten ausgestattet und die vom Spital zur Verfügung gestellte Krankenschwester bei der Führung der Stelle begleitet.

Mit einem kleinen Beitrag der Bevölkerung, für einige Medikamente wird ein Unkostenbeitrag der für alle erschwinglich ist eingehoben, finanziert sich die Stelle von selbst und bringt somit eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Region (selbstverwaltet, selbstfinanziert und immer in enger Zusammenarbeit mit den bestehenden Strukturen).

Unterwegs mit mobilen medizinischen Teams

Die Zentrale von Ärzte ohne Grenzen in Caquetá, ist Ausgangspunkt der Arbeit in dem südlich von Bogotá und in den Anfängen des Amazonas liegenden Teils Kolumbiens. Mit den mobilen medizinischen Teams, die zu Fuß, zu Pferd, zu Boot und mit dem Geländewagen unterwegs sind, werden ausgewählte Dörfer und Gemeinden besucht. Impfungen, Familienplanung, Odontologie und allgemeinmedizinische Konsultationen stehen hier im Vordergrund.

Nach stunden- bzw. tagelanger Anreise, mit den bereits erwähnten Fortbewegungsmitteln (für mich war es zu Pferd ein wenig ungewöhnlich, jedoch mehr als interessant und eine willkommene Abwechslung zur Arbeit im Büro in Bogotá) geht es an die Arbeit. Nach zwei oder drei Tagen vor Ort geht es nach vielen Gesprächen, in Kürze geschlossenen Freundschaften auch schon wieder zurück nach Caquetá. Trotz aller Entbehrungen und harter Arbeit haben diese Touren auch immer wieder den Touch des Abenteuers bzw. des Campens in der unberührten Natur (Schlafsack, Mosquitos, örtliche einfache Verpflegung aber auch jede Menge Arbeit in einer noch vor wenigen Jahrzehnten unberührten Natur).

Das war der letzte Bericht von Franz Luef aus dem fernen Kolumbien: "Dieses Land hat trotz aller Probleme jede Menge zu bieten und war in den letzten sechs Monaten mehr als nur ein Abenteuer, sondern ein Erfahrung die ich nicht sobald vergessen werde."

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