Tuesday, 22. May 2012 | 22:00 CEST

img3054.jpg
© MSF | Nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen entladen Lieferwagen mit Hilfsgütern
Veröffentlicht am 11.10.2005
Share |
A A

Hilfe für Erdbebenopfer in Kaschmir

Hans van de Weerd arbeitet als Landeskoordinator für Ärzte ohne Grenzen in Neu Delhi, Indien. In einem ersten Bericht schildert er die Lage in der vom Erdbeben am 8. Oktober betroffenen Region Kaschmir und die Aktivitäten der Teams vor Ort. Ärzte ohne Grenzen leistet auch im pakistanischen Teil Kaschmirs Hilfe für die Erdbebenopfer.

Wir betreiben im indischen Teil von Kaschmir ein Projekt zur psychosozialen Unterstützung der Bevölkerung. Unser Team dort versuchte unmittelbar nach dem Erdbeben in die am stärksten betroffenen Regionen zu gelangen. Die schwer zugängliche Region Tangdar ist stark von der Katastrophe betroffen. Berichten zufolge sind dort Hunderte von Menschen umgekommen. Unsere Mitarbeiter sind bereits in die Städte Baramullah und Uri gelangt. Wie die Mehrzahl der Häuser in Uri ist auch das Krankenhaus vollkommen zerstört. Von der Bevölkerung hier hören wir, dass viele der Dörfer ebenfalls schwer betroffen sind. Die Menschen dort brauchen unbedingt Zelte.

Das Personal des Krankenhauses in Uri hat eine Notklinik und einige Zelte aufgebaut. Wir haben zunächst Verbandsmaterial und Flüssigkeitsinjektionen für die Verschütteten bereit gestellt. Außerdem haben wir bereits 800 Decken an die am stärksten Betroffenen in der Umgebung ausgegeben.

In die Stadt Baramullah, die allerdings weniger stark betroffen ist, haben wir zwei Lastwagen mit Zelten, Trinkwasserflaschen und Nahrungsmitteln gebracht. Das dortige Krankenhaus wurde nicht beschädigt, und so konnten bereits 250 Verletzte behandelt werden.

Unsere Teams arbeiten zudem in Srinagar, der Hauptstadt des indischen Teils von Kaschmir. Dorthin wurden viele Opfer aus der Region Uri gebracht. Wir stellen Verbandsmaterial und sind dabei, Medikamentenlieferungen zu organisieren.

Auch im Krankenhaus der Stadt Kupwara sind wir bereits aktiv.

In den nächsten Tage werden wir noch damit beschäftigt sein, die Lage zu erkunden und Hilfsgüterlieferungen zu organisieren. Außerdem wollen wir die psychosoziale Hilfe für Menschen, die ihre Verwandten verloren haben weiter ausbauen. Viele Kinder hier haben ihre Eltern verloren.

Mediathek und Archiv