Tuesday, 22. May 2012 | 22:05 CEST

img1122.jpg
Nach jahrelanger Militärdiktatur kommt Guatemala nicht aus seiner wirtschaftlichen Misere heraus und versinkt in ausufernder Kriminalität. Die Guatemalteken sind für jeden Hoffnungsschimmer dankbar.
Veröffentlicht am 14.11.2002
Share |
A A

Hoffnung für Guatemala

"Kinder, Flüchtlinge, Aids-Patienten brauchen die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen" - zweiter Teil der Standard-Serie zur neuen Herbst-Kampagne von Ärzte ohne Grenzen.

 

"Der Papst vergisst euch nicht", rief Johannes Paul II. vergangenen Juli 500.000 jubelnden Gläubigen in Guatemala-Stadt zu. Der Heilige Vater hatte auf seiner Amerikareise in dem zentralamerikanischen Land Station gemacht und den Menschen in finsteren Verhältnissen zumindest einen Lichtblick gegeben. - Nach jahrelanger Militärdiktatur kommt Guatemala nicht aus seiner wirtschaftlichen Misere heraus und versinkt in ausufernder Kriminalität. Die Guatemalteken sind für jeden Hoffnungsschimmer dankbar.

Hoffnung wollen auch die "Ärzte ohne Grenzen" geben: Seit dem Jahr 2000 sind sie in Guatemala präsent. Mit 22 Freiwilligen und 106 nationalen Mitarbeitern versuchen sie, die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Denn der Zugang der Menschen zu medizinischer Behandlung ist beschränkt, Hilfe ist teuer oder für die Landbevölkerung außer Reichweite.

Die Hilfsorganisation betreibt ein Obdachlosenprojekt in Guatemala-Stadt sowie ein therapeutisches Kinderheim in Lomas de Santa Faz, einem Slum der Hauptstadt. In der Izabal-Provinz und in Champerico führen die "Ärzte ohne Grenzen" Basisgesundheitsprogramme zur Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Auch Aids-Patienten (die Immunschwächekrankheit wird in dem Land ein immer größeres Problem) werden betreut und behandelt.

 

Im April 2001 begannen die "Ärzte ohne Grenzen" auch mit einem Beratungsprogramm für Migranten, die Richtung USA unterwegs sind. In San Marcos nahe der mexikanischen Grenze nimmt eine Auffangstation 300 zurückgewiesene Menschen auf - pro Tag.

(Christoph Prantner/DER STANDARD, Printausgabe, 14.11.2002)

Themen

Links & Dokumente

Mediathek und Archiv